Kranker geht´s doch nicht mehr ?

  • Quote

    Original von Birgit

    Aber hätte ich zu dieser Zeit an DIESEM Flughafen gesessen und auf mein eigenes Flugzeug gewartet, dann wäre ich sehr wohl betroffen, in dem Wissen, dass es auch mich hätte treffen können.


    Ich wollte dir bestimmt auch nichts unterstellen.
    Aber ich denke im ersten Augenblick hätte ich so reagiert wie die Leute die auf ihren Flug warteten.
    Es liegt ja nun nicht auch in unserem Bereich zu beurteilen was die dachten als die erste Enttäuschung/Wut aus dem Kopf raus war, ich denke viele kamen sich dann armselig ob ihrer Gedanken vor.
    Ich mein´wir sind jetzt nicht betroffen aber wir massen uns an ein Urteil zu fällen... Ist eigentlich auch nicht besser oder ?

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Naja. Ich weiß nicht. ICH weiß, dass ich nicht so reagiert hätte, und ich find es bescheuert, wegen einem ausgefallenen Flug aufgrund einer solchen Katastrophe einen Aufstand zu machen. Ich find das krank.

  • Versteht mich bitte jetzt nicht falsch. Ich glaube, das ich nicht so reagiert hätte, da ich eh eher diplomatisch bin und auch recht nah am Wasser gebaut habe, aber ich kann mich in diese Leute reinversetzen.


    Du hast evtl. 2 oder 3 Jahre auf einen solchen Urlaub gespart, möchtest dann für 3000 € mit zwei Kindern in den Urlaub fliegen, bist zwei Wochen nervös ob alles klappt und so, reisst dir den Ar... auf das du pünktlich am Flughafen bist und dann sagt man dir der Flug fällt aus!
    Die Kinder nerven, du kriegst keine Info was weiter passiert und im "besten" Fall bist du Raucher und schon im Abflug-Bereich und darfst nicht mehr Rauchen. Da können einem schon mal die Sicherungen durchbrennen.


    Vor allem sollte man sich fragen, warum musste dieses Unglück passieren? Bei anderen Themen regt man sich schnell über die Politik, die Wirtschaft, oder Systeme auf. Aber hier nicht. Bei genau diesem Flugzeug gab es wohl schon öfter Probleme, die Fluggesellschaft ist wohl fast pleite, sodaß Piloten öfter die Aufgaben der Techniker übernahmen, und angeblich wurde Passagieren das Verlassen des Flugzeugs nach dem ersten Startversuch verboten.


    Und was wussten die Passagiere, die sich beschwert haben? In der ersten Presse-Mitteilung die ich zu dem Thema gelesen habe, hiess es: Flugzeug hat Start abgebrochen und es gäb wohl zwei!!! Tote!

    "Ich glaube das kleine Scherzchen wurde soeben ins Fegefeuer verdammt"

  • Sicher, Braymore, wenn einer sich 3000 Euro vom Munde abgespart hat (was aber in den seltensten Fällen der Fall sein wird, die meisten, die sich so lautstark beschweren sind erfahrungsgemäß eher die Vielflieger, die es sich leisten können), ist er ganz bestimmt enttäuscht, dass der Flug ausfällt. Aber die Reaktionen, die Moorschaf geschildert hat, sind keine Reaktionen der Enttäuschung, sondern eher Wut (auf die Fluggesellschaft).


    Und das finde ich hier die "kranke" Reaktion.

  • Vielleicht sollte ich dazu erklaeren, dass wir nicht alle Passagiere normalerweise in einer solchen Situation anrufen.
    Da wir da mehrere hundert Leute auf einmal erreichen muessen, schicken wir an die meisten Ecco Passagiere nur ne SMS. Oder wenn deren Start in 2 Stunden waere gar nichts, weil wir davon ausgehen, dass die Leute eh schon am Flughafen sind.


    Die Leute dir wir tatsaechlich anrufen, sind Vielflieger und Business Passagiere. Leute die sich ihre 10 Fluege im Jahr leisten koennen.
    Und als wir angerufen haben, war bereits bekannt, dass ueber 100 Leute gestorben sind.


    Von den Leutem, die sich wirklich ihre 1 Woche Urlaub vom Mund absparen, deren Reaktionen sind meist nicht so ueberzogen.

  • Genau, das seh ich genauso, und aus 3 Jahren Erfahrung bei Air Berlin weiß ich, dass es meist die Vielflieger sind, die am lautesten schreien.
    Daher hält sich das "Verständnis" für so ein Verhalten bei mir in Grenzen.