Anglizismen

  • Klar ist Sprache immer einem Wandel unterlegen. Aber manche Sachen bereichern die Sprache nicht, sondern dünnen sie aus.


    Ich persönlich kann mir nicht vorwerfen, dass ich mit zweierlei Maß messe. Ich finde einen Text oder einen Monolog, in dem übermäßig viele Fremdwörter vorkommen (egal ob französischen, griechischen, lateinischen oder englischen Ursprungs) immer rhethorisch schlecht. Übermäßig viele sind es für mich dann, wenn man merkt, dass die Fremdwörter nur gebraucht werden, um Fremdwörter zu gebrauchen, wenn die deutsche Formulierung auf der Hand liegt, und das Fremdwort auch kein sehr gebräuchliches ist.


    Wenn jemand seine Rede einleitet mit. "Es lässt sich observieren, dass . . . bla bla bla" oder "Ich habe folgendes zu monieren . . ." ist das genauso übertrieben wie zu sagen:"Ich hab nen download gecancelt" Im ersten Falle soll es besonders intellektuell, im zweiten besonders lässig (oder"cool") 'rüberkommen. Beide male - finde ich - zeugt der Sprecher davon, dass er seine eigene Sprache nicht genügend beherrscht oder zu schätzen weiß.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Das sehe ich auch so, Tuttle.


    Viele versuchen ihre intellektuellen Defizite damit zu kaschieren, dass sie möglichst viele Fremdwörter in ihren Text hauen.
    Das hab ich aber nicht nur In Deutschland erlebt, sondern auch an der Uni in England. Da war ein Student, von dem ich immer dachte, er wäre besonders schlau, und mit ihm nicht im Seminar zusammen arbeiten wollte, weil ich mir minderwertig vorkam, bis mein Tutor mal sagte, dass der Typ mit leeren Phrasen um sich werfe, und ich intellektuell sogar mehr drauf hätte als er.



    @spaceball:


    trotzdem. "LOL" steht für laughing out loud (nur falls es irgendwer noch nicht mitbekommen haben sollte). und wer das sagt statt tatsächlich zu lachen, der ist schon ganz schön arm dran.


    Klar gibt es Abkürzungen in jeder Branche auch bei der Arbeit, aber das ist oft so eine Geheimsprache, um sich nach Außen hin abzugrenzen, glaub ich.
    Als ich bei einer Airline gearbeitet habe, da wurde mit Abkürzungen und Anglizismen auch nur so rumgeworfen. Da hat sich "no show" (nicht aufgekreuzter Passagier) one way (eine Richtung) und so weiter total eingebürgert, man denkt gar nicht mehr drüber nach.
    Aber bei den Abkürzungen kam ich mir schon immer komisch vor, wenn andere Kollegen bei Orten immer die Flughafenkürzel gesagt haben, und ich die Städte einfach ausgesprochen habe. "3 Noshows auf dem Flug von MUC nach PMI."
    war bei mir "den Flug von München nach Palma de Mallorca haben 3 Passagiere nicht angetreten." Ich war damit aber voll der Außenseiter.
    In meinem Kopf waren/sind die aber trotzdem. Wenn ich nach Tegel (Ort, nicht den Flughafen) wollte, musste ich mich anstrengen, nicht TXL zu sagen.

  • Quote

    Original von Spaceball
    [...]. Die Fantastischen Vier haben zu dem Thema ja auch einen Song gemacht der genau auf das Thema eingeht in dem der Text ausschließlich aus Abkürzungen besteht.


    Dieses Lied haben wird schon irgendwo in dem Orginalfred drinne :) :)


    Quote

    Original von Spaceball


    [....] Als ich meine Ausbildung angefangen habe war einer der ersten Kommentare meines Ausbilders: "Also Abkürzungen müsst ihr lernen. Bei uns wird grundsätzlich alles abgekürzt!"


    [...]l


    Dies sind dannnaber bitte doch "nur" Firmenspezifische Abkürzungen, oder ??


    Was mir da noch einfällt, ist das es so ganz komische Abteilungsabkürzungen gibt, die kein Mensch versteht :rolleyes:


    @ Birgit


    es gibt aber noch die "LOL?" - Bezeichung


    dies mit normaler Sprache zu übersetzen ist schon recht schwer!!


    Lachen, dies trotzdem nicht lustig zu finden, oder was soll daran lustig sein!

    Gruß Uwe


    Ich kenne Gelbe, die mir für rote Scheine, grüne Olive auf dem Schwarzmarkt besorgen können :) :)


    Edited once, last by Wölle ().

  • Einerseits kann man sich über Anglizismen und deren teilweise sogar falschen Gebrauch herrlich aufregen.
    Fremdworte gehören andererseits natürlich zu jeder Sprache. Und es gibt ja auch so viele Worte, da merken wir gar nicht mehr, daß es sich eigentlich um Fremdworte handelt.
    Was aber zum Teil wirklich manchmal ziemlich nervig ist, ist die „Überschwemmung“ der deutschen Sprache mit englischen Worten in den letzten Jahren.
    Für einige davon gibt es sogar gar keine deutsche Entsprechung. Jemand sagte schon, daß „Weichware“ keine wirkliche Alternative ist. Und die Daten liegen natürlich auf dem „Server“ und nicht auf dem … – ja, was eigentlich? Aber ich kann sie von dort durchaus „herunterladen“ und brauche nicht „download-en“ (bereits deutsche Konjugation! – äh, Beugung).
    Die Frage ist halt immer, ob es vernüftige, sinnvolle deutsche Wörter mit derselben Bedeutung gibt. Wenn dem so ist, bin ich dafür, die auch zu benutzten. Wenn der englische Ausdruck nun mal der Fachausdruck ist, dann ist es auch in Ordnung, den zu verwenden.
    Wenig toll ist es halt, wenn Leute sämtliche Sätze mit Anglizismen und anderen Fremdworten durchsetzen, weil das angeblich professioneller oder irgendwie cooler (deutsche Beugung!) wirkt. Das ist dann nämlich gar nicht kühl, sondern oft ziemlich peinlich.


    Naja, und hier im Internet hat eigentlich keiner Grund, sich zu beschweren. Wenn wir etwas lustig finden, macht es *lol* oder *rotfl*, die „User“ haben Namen wie „The Chosen“, „Spaceball“ oder „Warbird“ [nicht persönlich nehmen, waren die ersten, die mir einfielen], wir schreiben „Threads“ oder „Blogs“ mit ganz vielen „Postings“, die „Links“ enthalten, und werden schnell auch mal „OT“. ;)

  • Quote

    Original von Sarah
    Naja, und hier im Internet hat eigentlich keiner Grund, sich zu beschweren. Wenn wir etwas lustig finden, macht es *lol* oder *rotfl*, die „User“ haben Namen wie „The Chosen“, „Spaceball“ oder „Warbird“ [nicht persönlich nehmen, waren die ersten, die mir einfielen], wir schreiben „Threads“ oder „Blogs“ mit ganz vielen „Postings“, die „Links“ enthalten, und werden schnell auch mal „OT“. ;)


    Zu dem Sinn- und Unsinn bezüglich Internet kann ich jedenfalls sagen das Fachworte da absolut okay sind weil es da meist kein deutsches Wort gibt.


    Einen Thread gibt es ausschließlich in Intenetforen und das deutsche Wort Faden fände ich da extrem unpassend. Allerdings ist Thread auch ein sehr gutes Beispiel weil es zeigt das man in Deutschland da ganz einfach das Wort übernehmen und dann eindeutschen kann. Den Fred lese ich nämlich immer öfters im Internet. Meiner Meinung nach daher nur noch eine Frage der Zeit bis der Fred auch den Thread langsam ablöst oder zumindestens eine ähnliche Verbreitung findet.


    Quote

    Original von Birgit
    Das sehe ich auch so, Tuttle.


    Viele versuchen ihre intellektuellen Defizite damit zu kaschieren, dass sie möglichst viele Fremdwörter in ihren Text hauen.


    Das mag ja richtig sein wenn wir von Fremdwörtern reden aber Anglizismen fallen da meist nicht darunter. Anglizismen werden in erster Linie verwendet weil sie cool klingen. Fremdwörter die zum kaschieren dienen sind dann meist lateinischen oder französischen Ursprungs. Das ist natürlich ziemlich schwach wenn man da was kaschieren muss. Als Analogie fällt mir da auch ein das manche Leute Sätze aus Büchern zitieren weil sie selbst nicht in der Lage sind es mit ihren eigenen Wort aus zu drücken. Darüber habe ich mich grade mit meinem Kollegen unterhalten.


    Quote

    trotzdem. "LOL" steht für laughing out loud (nur falls es irgendwer noch nicht mitbekommen haben sollte). und wer das sagt statt tatsächlich zu lachen, der ist schon ganz schön arm dran.


    Ich verwende diese Abkürzung nur online. Wenn jemand LOL sagt habe ich damit auch kein Problem. Allerdings finde ich mich persönlich zu alt um das zu sagen. LÖL ist allerdings ziemlich beknackt, ist aber wieder eine Eindeutschung, wie der Fred oder der Keks.


    Quote

    Klar gibt es Abkürzungen in jeder Branche auch bei der Arbeit, aber das ist oft so eine Geheimsprache, um sich nach Außen hin abzugrenzen, glaub ich.


    Quote

    Original von Wölle
    Dies sind dannnaber bitte doch "nur" Firmenspezifische Abkürzungen, oder ??


    In dem Fall waren das natürlich Firmenspezifische bzw. Branchenspezifische Abkpürzungen. Wenn du aber TV Werbung siehst weisst du auch was FdH bedeutet und die AGB liesst du am besten auch. Das ist dann keine Sache um sich ab zu grenzen sondern Allgemeinbildung weil man tunlichst Dinge wie AGB wissen sollte.


    Quote

    Als ich bei einer Airline gearbeitet habe, da wurde mit Abkürzungen und Anglizismen auch nur so rumgeworfen. Da hat sich "no show" (nicht aufgekreuzter Passagier) one way (eine Richtung) und so weiter total eingebürgert, man denkt gar nicht mehr drüber nach.
    Aber bei den Abkürzungen kam ich mir schon immer komisch vor, wenn andere Kollegen bei Orten immer die Flughafenkürzel gesagt haben, und ich die Städte einfach ausgesprochen habe. "3 Noshows auf dem Flug von MUC nach PMI."...


    Die Flughafenkürzel gelten aber international. Egal auf welchem Flughafen du bist das Personal weiss das MUC für München steht. Das finde ich jetzt schon sehr praktisch und sinnvoll. Normale Flugpassagiere müssen das nicht wissen. Ich habe als Nachtportier nicht nur den NoShow sondern auch den WalkIn. Das ist halt eine Branchenspezifische Bezeichnung und wer im Hotel nicht englisch spricht kann eh einpacken. Von daher sehe ich da kein Problem. Das wird nicht in den normalen Sprachgebrauch übergehen.


    Englische Berufsbezeichnungen stören auf dauer aber wirklich. Allerdings sehe ich das derzeit noch nicht ganz so schlimm weil sich mein erlernter Beruf immer noch "Fachkraft für Brief- und Frachtverkehr" nennt. Mit englischen Berufsbezeichnungen ist man in Österreich schon viel weiter. Die geben jedem Beruf eine englische Bezeichnung. Das ist in Deutschland noch nicht ganz so. Manche Berufsbezeichnungen nerven da aber wirklich. Facitlity Manager klingt für Deutsche nämlich als würde da jemand an nem Schreibtisch sitzen was der Hausmeister aber meist nicht macht. Also was die Berufsbezeichnungen angeht bin ich da voll auf deiner Seite, die sind unnötig und sie nerven!


    cu, Spaceball

  • Alles was diskutiert wurde, Internet, Flughäfen, Berufsbezeichnungen lässt sich auf einen Nenner bringen, finde ich. In alles Fällen handelt es sich um Fachjargon. Es gibt immernoch Bereiche, in denen traditionell das Jargon nicht aus englischen, sondern aus französischen Begriffen besteht. Das ändern zu wollen, wäre albern. Ich denk z.B. ans Fechten.


    Aber man sollte ein wenig darüber nachdenken, welches Jargon man gerade verwendet. Und Anglizismen, die man nur verwendet, um cool zu erscheinen, kann man sich genauso sparen, wie Fremdwörter, die einen schlau erscheinen lassen sollen.


    Solche Sachen wie "Fred" find ich einfach schön. Ich hab das bisher nur von Wölle gekannt. Wusste garnicht, dass das einigermaßen verbreitet ist.



    Ein ganz anderes Thema sind Strukturanglizismen:


    Meiner Meinung nach fallen darunter:


    "Das macht Sinn . . . "
    Im deutschen ergeben oder haben Dinge einen Sinn; nichts *macht* einen Sinn.


    "Ich schätze . . . "
    "Ich denke . . . "
    (jedenfalls in bestimmten, verbreiteten Anwendungsweisen)
    Im Deutschen glauben oder vermuten wir. Schätzen und denken sind falsche Übersetzungen von "I guess" und "I think"


    "Die Bush-Administration"
    Ist doch nichts anderes als die Regierung, oder das Kabinett. Die Amerikaner sagen halt 'administration', aber bei uns ist Administration was ganz anderes. Oder sind die Admins hier alle in einer Regierung? Wohl nicht.


    Es gibt noch mehr, aber mir fallen im Moment gerade nicht alle ein.


    Ich bin der Meinung, dass diese Strukturanglizismen auf falschen Übersetzungen aus dem Englischen beruhen. Was sagst Du, Birgit? Du bist doch die Fachfrau.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Dazu einer meiner Lieblingssaetze von deutschen Agents am Telefon.


    "Ihr Flug wird operiert von ..." anstelle "Ihr Flug wird durchgefuehrt von".


    Aber bin da auch schuldig, hab das auch schon gesagt.

  • Quote

    Original von moorschaf
    Dazu einer meiner Lieblingssaetze von deutschen Agents am Telefon.


    "Ihr Flug wird operiert von ..." anstelle "Ihr Flug wird durchgefuehrt von".


    Aber bin da auch schuldig, hab das auch schon gesagt.


    Also ich könnte mir den Kommentar "Was hat er der arme Flug denn ? Ich hoffe er wird wieder gesund." wenn mir so jemand kommt nicht verkneifen.



    Weiss nicht ob ich das schon mal geschrieben habe:
    Vor einigen Jahren als die T-Com ihre Gesprächstarife einenglischte (neue Wortschöpfung ???) darüber einen Bericht im Stern, eine ältere Frau hat sich nach Erhalt der Rechnung beschwert, dass die Rechnung nicht stimmen würde weil sie niemanden kennt der "German Call" heisst und ergo auch nicht mit dem telefoniert hat. :D

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Mhh, zu telefonieren fällt mir noch etwas eine: "call by call" ist einfacher als Telefonanbieter über Telefonanbieter!! oder Flatrate; da fällt mir kein andere Begriff ein!!


    Fechten und andere Sportarten: dies sind auch spezifische Begriffe! oder willst zwei Begriffe für ein und das selbe lernen??

    Gruß Uwe


    Ich kenne Gelbe, die mir für rote Scheine, grüne Olive auf dem Schwarzmarkt besorgen können :) :)


  • Quote

    Original von Cpt Tuttle
    Ein ganz anderes Thema sind Strukturanglizismen:


    Meiner Meinung nach fallen darunter:


    "Das macht Sinn . . . "
    Im deutschen ergeben oder haben Dinge einen Sinn; nichts *macht* einen Sinn.


    Oh ja! Die heißgeliebten Strukturanglizismen! Mit denen hab ich auch arg zu kämpfen. Aber ich glaube, dass das bei vielen mehr oder weniger aus dem Ausland nach längerem Aufenthalt eingeschleppt, ins Deutsche rückübersetzt wurde und von anderen deutschen Muttersprachlern immer häufiger kopiert wurde. Besonders bei, "Das macht keinen Sinn" ist das zu beobachten. Mir selbst ist das auch nach einem Jahr USA passiert. Und ich hab immer häufer die Redewendung, "Das kostet einen Arm und ein Bein," verwendet -- ohne, dass es mir als Strukturfehler aufgefallen wäre. Selbst als ich noch darauf angesprochen wurde, war ich mir nicht so sicher.


    Aber sind wir doch mal ehrlich, so lange man versteht worum es geht, ist doch alles in Butter. Natürlich kann ich kein Codeswytching betreiben, wenn ich mit meiner Oma rede, aber unter Anglisten ist das gang und gäbe. Wir werfen mit Fachjargon um uns, switchen mal eben over into English oder werfen einen eingedeutschen Begriff ins Gespräch, weil es einfach soziale Nähe innerhalb der Gruppe schafft. Im "richtigen" Leben stelle ich diese Angewohnheit ab -- es sei denn, ich weiß, dass mein Gegenüber die Sprache genauso verwendet und auch mal ein "Indeed!" benutzt.


    Lang lebe der Sprachwandel! Alles andere wird doch auf Dauer langweilig. Nicht umsonst hat die deutsche Sprache mit Ende des Mittelalters drei grammatische Geschlechter "erfunden", weil sie sich diese Sache von Nachbarsprachen "abgehört" hatte. Und heute regt sich keiner mehr auf, dass es "der, die, das" heißt.

  • Quote

    Original von Cpt Tuttle
    Alles was diskutiert wurde, Internet, Flughäfen, Berufsbezeichnungen lässt sich auf einen Nenner bringen, finde ich. In alles Fällen handelt es sich um Fachjargon. Es gibt immernoch Bereiche, in denen traditionell das Jargon nicht aus englischen, sondern aus französischen Begriffen besteht. Das ändern zu wollen, wäre albern. Ich denk z.B. ans Fechten.


    Geh doch nicht so weit! Was heisst Garage in deutsch? Das Teil nennt sich "überdachter Fahrzeug Stellplatz". Jetzt frag mal wie viele Leute das auf anhieb wissen.


    Quote

    Solche Sachen wie "Fred" find ich einfach schön. Ich hab das bisher nur von Wölle gekannt. Wusste garnicht, dass das einigermaßen verbreitet ist.


    Den Fred lasse ich durchgehen. In einem anderen Forum habe ich schon eine Streitdiskussion erlebt weil dem einen das Fred zu blöd war, weils schließlich Thread heisst!, und der nächste dann mit Bernd gekontert hat.


    Quote

    Original von rita
    ...aber unter Anglisten ist das gang und gäbe. Wir werfen mit Fachjargon um uns, switchen mal eben over into English oder werfen einen eingedeutschen Begriff ins Gespräch, weil es einfach soziale Nähe innerhalb der Gruppe schafft.


    Ich muss ganz ehrlich sagen das es mir recht oft passiert das ich erst das englische Wort sagen will und dann überlegen muss wie das Wort auf deutsch heisst. Anders rum gibts bei mir auch. Gerade das deutsche "also" rutscht bei mir öfters mal unbeabsichtigt ins englische. Bei mir in der Arbeit kommts auch vor das ich mit meiner deutschen Kollegin das Gespräch auf englisch fortführe obwohl unser walisische Kollege bereits den Raum verlassen hat.


    cu, Spaceball

  • Quote

    Original von Spaceball
    [Gerade das deutsche "also" rutscht bei mir öfters mal unbeabsichtigt ins englische.


    Is ja witzig das geht mir genauso - sonst habe ich damit keine Schwierigkeiten, im Gegenteil – als ich Ende August Besuch von einer deutschen Freundin hatte – hatte ich Wortfindungsschwierigkeiten auf deutsch.
    Deutsch schreiben geht – aber so in Konversation merke ich schon, dass mir das Deutsche Wort einfach nicht mehr einfaellt.


    Aber im englischen, schleicht sich bei mir auch oft “also” in die Saetze.

  • Bei mir schleicht sich umgekehrt oft ein "so" in die Sätze. Beispiel: "So, treffen wir uns dann morgen" wenn ich meine "Dann treffen wir uns also morgen".
    Statt konsequent sag ich oft konsistent, was quatsch ist. Ich hab auch schon gesagt: "Wenn es nicht für dasunddas wär" statt "gäbe es kein dasunddas"


    Beim Reden passieren mir diese Dinger in beide Richtungen. Beim Schreiben hab ich im Deutschen keine Probleme, und damit im Englischen auch nicht.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Grundsätzlich ist es ja so das die Sprache an sich immer einem Wandel unterzogen ist, so stammt unser "Fenster" ja bekanntlich auch vom lateinischem "fenestra" oder der "Keller" von "cella".
    Was jetzt das korrekte Oxford-Deutsch ( ;) :D ) angeht: Ge(h) ni(e) tiv ins Wasser weil ist Dativ...
    Nein, aber ist doch wirklich so mich kotzt das an !
    Überall muss ein englisches Wort benutzt werden, wenn auch an den Haaren herbei gezogen (siehe das Beispiel "Handy") und nur damit jemand sich "stylish" oder auch "hip" fühlen kann ???
    Tut mir leid das finde ich auf gut deutsch gesagt zum Kotzen !!!


    Dese kleinen Wörtchen, worüber jetzt diskutiert wurden wie "so" oder auch gern genutzt "eh" das Wörtchen ist auch zu 95% überflüssig oder gar "zwangsläufig"

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Mein lieber Braymore willst du etwa unsere mit Migrantenhintergrund mit solchen Beiträgen verunglimpfen ?
    ?( ;)
    Aber ist es ist tatsächlich doch so, dass sich unsere Sprache durch die Mitbürger mit Migrantenhintergrund auch verschlechtert (ups, da habe ich wohl mal eine ganz böse Wahrheit mal von mir gegeben !).
    Weisch ja woll. alles voll krass alder ! Und wenn ich Produkt habe frag´ nicht wo her kommt weil von LKW gefallen...
    Nicht das ich hier wieder falsch verstanden werde:
    Ich habe nichts gegen Menschen mit anderer Herkunft nur bei so manchen ich kann doch auch nicht in eine fremdes Land ziehen und dann erwarten das die ihre Ordnung, Religion etc. nach mir ausrichten ?!

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

    Edited once, last by Matthias ().

  • Da ist schon auch was dran. Unter jungen Leuten färbt oftmals das inkorrekte Deutsch der Nicht-Muttersprachler auf die Deutschen Muttersprachler ab. Ich hab das selbst schon erlebt.


    Bei Kindern kann man das auch besonders sehen. Mein Neffe, der in WI wohnt, hat in der Fussballmannschaft fast nur andere Kinder mit Migrantenhintergrund. Da schnappt der Sachen auf, die einfach falsch sind, er kann es ja noch nicht beurteilen.


    Aber auf der anderen Seite: warum finden wir das eigentlich so schlimm? Das Englisch in Nordamerika macht dieses Phänomen seit Jahrhunderten mit. Ich mein da hat sich auch einiges z.B. aus dem Spanischen eingebürgert, das in UK wahrscheinlich keiner verstehen würde. Da sagt auch keiner, haltet die Sprache rein. Im Gegenteil, oftmals macht das die Sprache interessanter. Wenn Col. Potter sagt "I wanted it finitoed by now," oder "I am vamosing" dann lacht man doch gerade darüber.


    Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr zweifele ich an meiner Meinung. Ich war auch immer auf dem Standpunkt, dass man sich vor diesen Einflüssen in gewissem Maße abschirmen muss, weil sonst irgendwann alles geht. Zumindest in der gesprochenen Sprache. Dann weiß niemand mehr was richtig ist. Aber die Sprache geradezu künstlich gegen jede Entwicklung abzuschotten, ist sicher auch nicht der Weg. Das gilt für Anglizismen, andere Fremdwörter, aber auch Entwicklungen, die aus dem Kreis der Muttersprachler kommen.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Wie schon gesagt: Sprache war und ist immer einem Wandel ausgesetzt, nur ob dies jetzt künstlich herbei geführt weden muss durch einen "Hype" ein Wort wo ich auch nur [Blocked Image: http://cosgan.de/images/smilie/ekelig/e025.gif] könnte.
    Ich mein´es kann doch ncicht angehen, dass es en vogue ( ;) ) ist
    pseudoenglische Begriffe zu verwndejn um ,möglichst intelligent und adäquat rüber zu kommen ?( ?( ?(

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Das kann sicher nicht sein. Ein natürliches Mittelmaß wäre angebracht. Es ist aber schwer zu entscheiden, was künstlich ist, und was natürlich . . .

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Netter Lesetip zu dem Thema. Jean Aitchson: Sprachwandel. (der volle englische Titel heißt Language Change: Process or Decay). Und Rudi Keller: Sprachwandel. Ich weiß das sind jetzt nicht die abwechslungsreichsten Buchtitel der Welt, aber Aitchison verfolgt das Thema von der praktischen, Keller von der theaoretischen Seite aus. Ich kann die Lektüre den Teilnehmern dieses Threads nur empfehlen.