Europawahl 2009

  • Erstes Zwischenergebnis aus den Niederlanden:


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    n24.de
    Rechtsruck bei Europawahl in Niederlanden
    Das erste inoffizielle Ergebnis der Europawahl: In den Niederlanden sind die Rechtspopulisten der PVV zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen.


    Da wird dann wieder in vielen Mainstream-Medien vom "alarmierenden Rechtsruck" zu lesen sein. Anstatt das man sich sachlich über die echten Probleme und Anliegen der Wähler - und auch der Protestwähler - debattiert. Das polarisiert die Gesellschaft nur noch mehr. Die einen wählen Protest, weil sie sich - teilweise zurecht - von den etablierten Parteien nicht mehr ernst genommen bzw. repräsentiert fühlen. Die anderen schütteln darüber "besorgt" den Kopf, und machen weiter wie bisher.

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    Original von Philipp Gaskell



    Da wird dann wieder in vielen Mainstream-Medien vom "alarmierenden Rechtsruck" zu lesen sein. Anstatt das man sich sachlich über die echten Probleme und Anliegen der Wähler - und auch der Protestwähler - debattiert. Das polarisiert die Gesellschaft nur noch mehr und ist schlecht für die offene Demokratie.


    Sehe ich auch so. Ich find´s nur schlimm, dass einem als EU-Gegner auch fast garnichts anderes übrig bleibt eine rechtslastige Partei zu wählen.
    Bei den Etablierten sehe ich in deren Programmen nur eine weitere Knebelung Deutschlands (wenn ich mich mal so ausdrücken darf) durch die EU , da kann das Merkel noch so viel labern das die Krise nur durch die EU bewältigt werden kann. Blödsinn ! Erst schön Geld in die Staaten pumpen damit die dt. Erzeugnisse kaufen ? Da kann man das Geld doch gleich in die heimische Industrie investieren. Wenn die Krise vorbei ist müssen andere Staaten doch eh da kaufen wo Waren hergestellt werden. Aber lieber von dt. Geld eine Fabrik am Ort bauen und die dt. industrie geht leer aus...
    Aber schon erstaunlich bin mal gespannt, wie die Wahlergebnisse in den anderen Ländern ausgehen, weil die NL sind ja auch ein Nettozahler, ich denke mir in den Nettoempfängerländern werden klar die Pro-EU-Parteien gewinnen...


    Also ich weiss nicht wem ich morgen meine Stimme geben werde, in der engeren Wahl sind: Linke, DKP, die Neotrotzkisten der PSG, die freien Wähler, BP oder tatsächlich gar DVU...

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • ist aber natürlich auch die Frage, wie viele in den Niederlanden zur Wahl gegangen sind. Ich glaube ganz viele nehmen einfach noch nicht so wahr, dass sie auch an Europa mit einer Stimme beteiligt sein können.


    Die EU muss einfach viel mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Und würden die ganzen Mitgliedsstaaten einfach mal der EU mehr Kompetenzen überschreiben und sich nicht immer auf den Schlips getreten fühlen, wenn in der EU mal was entschieden wird (woran die aber auch immer dran beteiligt sind), dann könnte die EU auch viel mehr erreichen.
    Deswegen bin ich persönlich auch dafür, dass man ein großes Land EU gründet. Das würde meiner Meinung nach vieles vereinfachen.

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    Original von Paragraph8


    Deswegen bin ich persönlich auch dafür, dass man ein großes Land EU gründet. Das würde meiner Meinung nach vieles vereinfachen.


    Netter Vorschlag aber: Nein Danke !
    Ich glaub´das müssen wir noch mal ausdiskutieren...

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

    Edited once, last by Matthias ().

  • könn wir gerne machen ;) dazu ist so ein Forum ja da.


    Ich denke mir ganz einfach, dass es einfacher wäre wichtige Entscheidungen direkt in Straßburg/Brüssel zu treffen statt dass dort nur Richtlinien entworfen werden, an die sich dann eh kaum ne Sau hält.
    Ich mein es klappt doch auch im Fall von Bund und Ländern. Dann hätte man halt nicht mehr nur drei Ebenen (Bund - Länder - Kommunen) sondern vier (EU - Bund - Länder - Kommunen).

  • Das kann nicht klappen, weil die Länder/Völker gehören einfach nicht so eng zusammen, bürokratisch gesehen hast du sicher recht.
    Aber ich glaube ich bin nicht der Einzige der damit Probleme hätte sich nicht als Deutscher sondern in erster Linie als Europäer zu fühlen. Was habe ich denn mit einem Sizilienaner oder einem Basken, einen Walacheier (oder wie die heissen zu tun) oder auch einem Polen zu tun ? Ehrlich gesagt: Nichts !
    Und ehrlich gesagt muss ich auf diese Art und Weise garnicht haben (ist jetzt nicht als Abwertung dieser Menschen gemeint !!!!!).
    Ich bin Deutscher und das ist gut so. (sehr frei nach Wowereit).
    Gut, muss man auch bedenken ich sehe mich ja auch nicht in kleinerer Ebene nicht als Niedersachse, weil das gib´s einfach nicht für mich, weil historisch völliger Lötzinn !
    Ich mein´ es wird doch einen Grund geben, dass die nationalen Grenzen sich über die ganzen Jahrhunderte so erhalten haben und keine Vereinigung hielt besonders lange (CSSR, Jugoslawien, UdSSR...)
    oder ist mehr oder weniger am zerbröckeln (Belgien, Spanien...)
    Sowas wird´s vielleciht erst geben wenn Ausserirdische die Erde bedrohen und die Menschheit merkt, dass es mehr als Menschen gibt... (Okay, etwas weit hergeholt.)
    Und das würde das Problem mit der EU ja nicht lösen, sondern eher verschlimmern, weil wenn das passieren würde, würde doch der Lebensstandard in den reichen Ländern rapide schrumpfen, weil keiner das bezahlen könnte ein hohes Niveau wie es in Deutschland, Skandinavien, Niederlande, z.T. Belgien existiert europaweit zu schaffen.
    Warum sollte die Länder die es geschafft haben für andere in diesem Masse aufkommen ?
    Ist vielleicht etwas egoistisch, aber so denke ich halt und wahrscheinlich bin ich damit in der Mehrheit.
    Vielleicht wäre ja ein nordeuropäischer Bund mit Deutschland, Skandinavien und den Niederlanden was, aber die jetzige EU als Staat ? Neee !!!!

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Geanu das ist wahrscheinlich das Poblem, dass die Bürger der verschiedenen Nationen sagen "Was habe ich denn mit denen gemein?".
    Das hört wahrscheinlich erst auf, wenn alle erkennen, dass sie im Grunde genommen gleich sind, die gleichen Probleme haben und auch sonst ziemlich ähnlich sind.
    Das wird aber nicht so schnell passieren, wenn die Staaten ständig ihre Fahnen hochhalten und versuchen ihre alleinigen Interessen durchzupressen.
    Ich für meinen Teil sehe mich schon eher als Europäer und nicht als Deutscher. Als Deutscher sehe ich mich fast schon als letztes. In erster Linie bin ich Lüneburger und Europäer.


    Und einen Staatenverbund gibt es immerhin schon ein paar mehr Jährchen, nämlich die USA. Das waren, soweit ich das richtig in Erinnerung habe, zu beginn auch souveräne Staaten, die sich dann zu den Vereinigten Staaten zusammengeschlossen haben.
    Ausserdem sind die UdSSR etc doch eher an ihren totalitären Systemen zerbrochen und nicht, weil dort so viele Staaten zusammengeschlossen waren.


    Die EU müsste wahrscheinlich einfach mal ein wenig entbyrokratisiert werden und die Lasten müssten zu gleichen Teilen verteilt werden (da stimme ich dir zu, es kann nicht angehen, dass ein paar Staaten ie ganze Last tragen und der Rest eigentlich nur kassiert).
    Es muss einfach in die Köpfe rein, dass man in der EU miteinander muss und nicht gegeneinander. Und wenn das erstmal durchgesickert ist, dann ist auch solch ein Staatenverbund ala USA möglich.

  • Ich weis auch ohne Wahl-o-mat wen ich morgen wählen werde - das darf und möchte ich allerdings nicht offen kundtun, denn nachdem ich meine eigene Stimme abgegeben habe muss ich noch ganz offiziell als Briefwahlvorstand ran, und bei diesem Amt muss ich nunmal alle offenkundigen parteiergreifungen unterlassen ;)

  • Nee, Para, der Vergleich hingt, weil die einzelnen Staaten der USA waren ja nie für sich ein homogenes Volk wie das in Europa mehr oder minder der Fall ist/war (nur da reicht ja wieder ein Blick auf die Realität, das selbst da mehre Völker in einem Staat auch nicht gewollt wird). Und waren ja englische Kolonie.
    Insofern mussten sie miteinander (Unabhängigkeitskrieg). Aber trotzdem haben sie ihre Eigenstaatlichkeit so weit wie möglich erhalten, die Regierung der Gesamt-USA ist doch sogesehen recht schwach, schwächer als die Bundersregierung in diesem unserem Gebilde.
    Und wie gesagt es sind dort auch künstlich gezogene Staaten ohne wirklich ethnischen Hintergrund und trotzdem grenzen sich z.B. manche Texaner von den Kaliforniniern ab. Oder manche Bostonern unterstellen Leute das sie kein Bridge können weil diese aus Kalifornien stammen - um mal einen Bogen zu M*A*S*H zu ziehen, wobei diese Thematik sich ja dort auch zeigt,Charles hätte wohl auch lieber ein unabhängiges Massachusetts wie ja auch sein Spruch zeigt "Ich würde in Toledo noch nicht mal tot am Zaun hängen wollen (jedenfalls sinngemäss, aber so ähnlich sagt er das).


    Oder schaue dir doch mal Grossbritannien an, was ist da denn los ? Die Abstimmung zur Unabhängigkeit Schottlands ist auch nur knapp gescheitert...




    Oder sogar in Deutschland, möchte nicht wissen wie eine Abstimmung in Bayern aussehen würde, Bayern nahm ja auch nur nach Druck der USA das GG an (in der ersten Abstimmung wurde es abgelehnt...).
    Wobei Bayern der grösste Nutzniesser der BRD sind, nachdem die CDU/CSU alle wichtigen Industrien dort ansiedelten und aus einem fast reinen Agrarland das machten was ist heute ist. Sollte ja glatt auch fortgeführt werden, wenn ich die Geschichte um Opel sehe, wieder Guttenberg mit dem Rücktritt drohte weil Opel doch nciht in die Insolvenz gegangen wurde (aber diese Pfeife trat ja nicht zurück) ich möchte nicht wissen was gewesen wäre wenn Opel in Bayern angesiedelt wäre... Aber das kennen wir ja aus den 50er als es darum ging entweder Borgward (Bremen) oder BMW...


    Das vereinigte Europa wird nie klappen, wenn schon in einem Land voller Durchmischung von "Rassen" (die USA) das nicht hinhaut und künstliche Gebilde wichtiger sind als eine grosse Gemeinsamkeit.
    Und ich halte noch nicht mal den Versuch für erstrebenswert.




    @ Jesse
    Päh, will auch keiner wissen was du wählst ! Sag´s uns/mir bloss nicht !


    Im Ernst mich würde das doch interessieren weil ich kann dich da nicht wirklich einordnen...

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

    Edited once, last by Matthias ().

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    Sehe ich auch so. Ich find´s nur schlimm, dass einem als EU-Gegner auch fast garnichts anderes übrig bleibt eine rechtslastige Partei zu wählen.


    "Wählt nicht aus Protest irgend so ein paar Arschgeigen Leute" Stefan Weidner



    Ich geb zu- ich hab mich die letzten Wochen NULL mit dem Thema Wahl befasst- aber LINKE und DVU sind für mich eigentlich Tabu


    Gibts Morgen eigentlich noch ne anständige alternative (Protest)-Partei die wenigstens die Chance haben, auf ein paar Prozent zu kommen?


    Freie Wähler?!



    EDIT: Frei Wähler hat sich soeben verabschiedet... Gabriele Pauli ist Kandidatin und die Alte geht ja mal gar nicht :D

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    Original von Stinky




    EDIT: Frei Wähler hat sich soeben verabschiedet... Gabriele Pauli ist Kandidatin und die Alte geht ja mal gar nicht :D


    Weiss nicht ich finde die eigentlich recht gut UND die sieht auch noch nicht schlecht aus.... ;) :D
    Vielleicht werde ich morgen einfach die Augen zumachen und mit dem Finger irgendwo drauf tippen und dann wählen...


    Bin aber grundsätzlich mal auf die Wahlbeteilugung gespannt.

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

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    Original von Wyzo
    Also ich weiss nicht wem ich morgen meine Stimme geben werde, in der engeren Wahl sind: Linke, DKP, die Neotrotzkisten der PSG, die freien Wähler, BP oder tatsächlich gar DVU...


    Also in die Auswahl würde ich noch aufnehmen:


    1. Piratenpartei: Gegen Internetzensur und allgemein gegen Zensur. Eine junge und frische Partei, vor allem im Cyberspace aktiv derzeit, aber wie ich finde gut wählbar.
    2. Republikaner: Die damalige CSU-Abspaltung war zwischendurch als "nationale" Protestpartei erfolgreich. Nachdem Parteichef Schlierer seine Partei neu positioniert hat (um sie als konservative Alternative gegenüber der CDU auszurichten) und sich deshalb gegen Verfassungsfeinde und Nationalsozialisten ausgesprochen hat, sind diese aus der Partei ausgetreten. Viele dieser Extremisten sind zur NPD abgewandert und die Braunen unter den REP-Wählern großteils auch.
    Bis heute sind die Republikaner nicht mehr an ihre alten Wahlergebnisse herangekommen und spielten bisher auch keine mediale und tatsächliche Rolle mehr.
    Bei der Europawahl sind die Republikaner die einzige demokratische rechte bzw. nationalkonservative Alternative zur CDU/CSU, setzen auf ein "Europa der Nationen" (Charles de Gaulle) und wollen sich für die Rückverlagerung ehemals nationaler Souveränitätskompetenzen von der EU auf die Nationalstaaten einsetzen.


    Chancen beider Parteien morgen: Unklar. Da alle mir bekannten Umfragen nur die Werte der 5 großen Parteien angeben und die anderen unter "Sonstige" verstauen, kann man das nicht mal unter den - durchaus auch öfters nicht so richtig liegenden - Umfragen herauslesen.


    Potenzial zum Ärgern der etablierten Parteien: Bei beiden Parteien vorhanden. Piraten gegen Überwachungstendenzen und Machtausweitung der Exekutive. Die Republikaner mit ihrem Vorschlag zur EU-Reform, bzw. "Raus aus dieser EU" ärgern die Etablierten. Die derzeit tonangebenden Fraktionen im EU-Parlament - "Volksparteien" und Sozialdemokraten - die Volksabstimmungen teilweise keinen Wert beimessen ärgert es bestimmt.

  • @ Stinky


    Ich muss wenn überhaupt mal 100m gehen dann bin ich da...


    Also wenn jemand mal nach Kiel zieht und ´ne billige Wohnung sucht kann ich KI-Dietrichsdorf empfehlen. Kein wirkliches Ghetto (also nicht wirklich eine "billige" Gegend), günstige Wohnungen und alles in Fussweite...


    @ Philipp


    Piratenpartei, weiss nicht, okay, unterstütze ich wohl deren einen Punkt, aber sonst zu flach auf der Brust.

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

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    Original von Wyzo
    @ Philipp


    Piratenpartei, weiss nicht, okay, unterstütze ich wohl deren einen Punkt, aber sonst zu flach auf der Brust.


    Ja, naja, kann sich ja noch entwickeln. Sind ja noch Frischlinge, vielleicht auch im positiv-unverdorbenen Sinn.


    Allgemein: Viel Spaß heute beim Sonntagsspaziergang und - falls ihr es tut - beim Wählen.

  • Tja, ich bin auch noch unentschieden.
    Nachdem sich meine Migräne dank Ibuprofen nun langsam legt, werde ich mich jetzt mal auf den Weg machen. Meine Wahlkabine ist leider ziemlich weit weg, aber da ich heute das Wandern ausfallen lassen musste, ist der etwas längere Spaziergang eine nette Alternative.


    Ich tendiere tatsächlich auch zu den Piraten. Die etablierten Parteien bekommen von mir jedenfalls diesmal keine Stimme.


    Da gibt es noch so eine lustige Esoterik-Partei (hab den Wahlschein schon gesehen, meine Mutter hat Briefwahl gemacht), die klingen auch recht schwachsinnig...


    Erschreckt nicht, der Wahlschein ist etwa einen halben Meter lang!

  • Bei uns treten nur 8 Parteien an, wobei sich die linken Parteien leider in Grenzen halten.
    Also um dem Rechtsruck entgegenzuwirken, blieb mir heute gar nix anderes übrig als die Grünen zu wählen.

    Sie gehören zur Army, Frank. Wenn ich Sie anritze, bluten Sie wahrscheinlich kakifarben.
    (Henry Blake)