8tes Fensterl

  • In einem Land, zu einer Zeit, nicht ganz so fern von unserem und noch gar nicht mal so lange her, da gab es einen Mann, einen Mann, der Frank Burns genannt wurde. Dieser Mann hatte Geld. Und das Geld hatte er, weil er ein hinterlistiger Fuchs war und es verstand die Leute zu bestehlen, ohne dass sie es merkten. Sie dachten sogar, Frank Burns würde ihnen einen Gefallen tun, aber das tat er nie. Außerdem war Frank Burns geizig. Er gab nie etwas von dem vielen Geld aus, das er hatte, im Winter machte er nicht einmal die Heizung an, weil das ja Geld gekostet hätte, und Frank Burns hasste es, Geld auszugeben. Deswegen hasste Frank Burns auch Weihnachten, denn Weihnachten war ein überflüssiges Fest, denn es ging nur darum, Geld auszugeben und Geschenke zu machen. Geschenke hätte er ja gerne bekommen, aber niemand schenkte Frank Burns etwas, denn niemand konnte ihn leiden, weil er so gemein war.


    Frank Burns war ein reicher Arzt und er hatte eine große Privatklinik. In der arbeiteten zwei Männer als Ärzte, die in ihrem Leben viel Pech gehabt hatten und deswegen eine Menge Schulden hatten und von dem bisschen Gehalt, das sie von Frank Burns hatten, mussten sie das meiste an die Bank abgeben. Der Rest reichte kaum, um ein winziges Zimmer im Keller des Krankenhauses zu mieten, in dem sie wohnten. Aber diese beiden Männer waren gute Menschen. Sie waren fröhlich, und die Patienten mochten sie gerne, weil sie sich oft mit ihnen unterhielten und immer nett waren. Außerdem behandelten sie nach ihrer Arbeitszeit noch Obdachlose, und weil sie kein Geld hatten, bastelten sie für die Kinder im Krankenhaus Spielzeug aus Gummihandschuhen. Frank Burns sah das gar nicht gerne, denn in seinen Augen kostete das alles nur Zeit und Geld und außerdem war er neidisch, weil die Patienten Hawkeye und Trapper – so hießen die beiden Männer – lieber mochten.


    Eines Advents trafen Hawkeye und Trapper eine alte Freundin von ihnen wieder. Auch sie hatte viel Pech gehabt und lebte nun auf der Strasse. Ihr Mann hatte sie geschlagen und misshandelt, und als sie nach vielen Jahren der Qual von ihm ausgerissen ist, hatte sie keinen Menschen mehr, dem sie trauen konnte. Also ist sie quer durchs Land gereist und schließlich haben sie Trapper und Hawkeye in ihrer Stadt aufgegabelt. Die Frau hieß Margaret. Früher war sie die Geliebte von Frank Burns gewesen, aber jetzt war sie krank und sie brauchte eine teuere Operation und sehr teuere Medikamente, die sich Trapper und Hawkeye nicht leisten konnten.


    Trapper hatte die Idee, Frank Burns um Hilfe zu bitten, und obwohl Hawkeye und Margaret strikt dagegen waren, weil sie sicher waren, dass Frank die Bitte ohnehin ablehnen würde, ist Hawkeye dann doch mit Trapper in Franks großes Büro gegangen, um ihm ihr Anliegen vorzubringen. Aber Frank hatte nur gelacht und sie verhöhnt und Margaret dafür beschimpft, nicht bei ihrem fürsorglichen Ehemann geblieben zu sein, denn Frank hatte ein hartes Herz. Trapper, Hawkeye und Margaret ließen sich nicht entmutigen, und Margaret zog zu den beiden ins Kellerzimmer. Jeden Penny drehten sie zweimal um und oft gingen Hawkeye und Trapper nachts heimlich mit knurrendem Magen ins Bett, denn Margaret hätte nie zugelassen, dass die beiden wegen ihr hungerten. Sie versuchten, das Geld für die Operation und die Medikamente zu sparen. Trotz aller Not waren sie fröhlich und guter Dinge, denn sie hatten einander.


    Am Tag vor Weihnachten ging Frank Burns wie immer nach einem Glas warmen Wassers ins Bett. Seine Frau und seine Kinder wohnten schon lange nicht mehr mit ihm zusammen und er war mächtig stolz, dass sein geschickter Anwalt alles so geregelt hatte, dass er keinen Penny Unterhalt an die drei bezahlen musste. Selbstzufrieden machte er die Augen zu. Kaum war er eingeschlafen, rüttelte es an seinem Bett. Er schlug die Augen auf und ihm wurde von einem kleinen, kurzsichtigen Männlein mit Nickelbrille und einer seltsamen Mütze auf dem Kopf die Bettdecke weggezogen. Frank versuchte zu protestieren, aber das Männlein war ließ nicht locker, bis er ihm nach draußen folgte.
    „Was willst du“, fragte Frank genervt.
    „Man, bist du blöd oder was? Ich bin der Geist der vergangenen Weihnacht und soll dich an glückliche Weihnachtszeiten erinnern.“
    Frank stöhnte. Das kleine Männlein schaute ihn entnervt an.
    „Meinst du etwa, ich habe Lust auf das Spektakel? Ich müsste eigentlich in Ottumwa sein und schlafen, und nur weil du dich noch mehr zum Arschloch entwickelt hast, hänge ich jetzt hier rum und darf dir zeigen, wie sehr du Weihnachten geliebt hast als Kind. Dabei muss ich morgen um vier aufstehen und die Kühe melken! Also mach schon, los!“
    Frank folgte dem Männlein und sah, wie viel Freude er früher an Weihnachten hatte. Am Plätzchenbacken mit der Großmutter und an den Geschenken und dem Tannenbaum und dem Weihnachtsliedersingen. Doch das alles war lange her und Frank konnte sich gar nicht mehr vorstellen, dass ihm Weihnachten jemals gefallen hatte. Und als das kleine Männlein weg war, beschloss er Weihnachten Weihnachten sein zu lassen und weiter zu schlafen.


    Aber kaum war er wieder eingeschlafen, tauchte schon wieder eine Figur an seinem Bett auf, deren markantester Zug eine seltsame Kappe mit allerlei Anglerhaken war. Frank seufzte und der stotternde leicht trottelige Geist der gegenwärtigen Weihnacht führte Frank zu einem Fenster, durch das er unsere drei Freunde beobachten konnte. Margaret stand an der Kochplatte und rührte Mehl in die Suppe, um sie etwas dicker zu machen. Trapper und Hawkeye schoben ihr einige Kekse zu, die eindeutig aus seinem Büro stammten. Er wurde wütend, dass die Knilche ihn bestohlen hatten und beschloss, sie noch am nächsten Tag vor die Tür zu setzten. Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht rollte hoffnungslos mit den Augen, griff nach seine Angel und machte sich aus dem Staub.


    Däumchendrehend saß Frank in seinem Bett und wartete. Endlich erschien eine Dame mit schwarzem Haar, Hakennase und unrasierten Beinen auf einem Kamel und stellte sich als Geist der zukünftigen Weihnacht vor. Frank blieb nichts anderes übrig als ihm zu folgen. Sie landeten auf der Strasse und in irgendeiner Hintergasse trafen sie Trapper und Hawkeye wieder, die total abgemagert waren und sich kaum noch auf den Beinen halten konnten. Auf die Frage wo Margaret war, zeigte der Geist auf ein hölzernes Kreuz auf einem Friedhof. Dann gingen sie weiter. Der Geist führe Frank zu einem riesigen Haus mit Garagen für 5 Autos und Hubschrauberlandeplatz. An der Klingel stand Franks Name. Hier ließ ihn der Geist allein.


    Am nächsten morgen wachte Frank auf und dachte über seine Träume nach. Sofort ging er hinunter in das Kellerzimmer und setzte Trapper, Hawkeye und Margaret auf die Strasse. Außerdem verlangte er von seinen Patienten während der Weihnachtstage doppelt so viel Behandlungsgeld wie normal und so kam es, dass sein Haus noch viel größer war, Garagen für 7 Autos hatte und eine Landebahn für einen Düsenjet.

  • Danke fuer die Korrekturen! Hatte einfach keine Zeit und Muse mich da noch mal mit zu beschaeftigen!


    Gut geschrieben? Naja - anders als sonst. Irgendwie war mir gestern so bissl komisch und albern und seltsam . ...

  • ist wirklich was anderes aber gut, toll gemacht!



    ....aber ich hatte gehofft keine kommt auf meine Idee?! Wein, werde trotzdem daran festhalten!

    Ich danke der Academy....Ach Quatsch, ich danke mir selbst!

  • Wenn ich jetzt deine Idee schon verarbeitet habe - mach dir nix draus!! Deine wird sicher viel anders als meine!! Ich hab beim Adventskalender oder dem FFContest auch immer Angst, dass jemand genau mit meiner Idee kommt .. ... aber selbst mit der gleichen Idee, kommen immer total verschiedene Sachen raus!

  • Klasse geschrieben und ein bischen Realität tut auch nicht weh
    Den letzten Geist der Weihnacht find ich ja am Besten :D Eine Dame mit behaarten Beinen :D

  • Quote

    Original von majorburns
    Warum kommen einem die guten Ideen immer erst spaeter? Frank haette ja auch noch Trappers und Hawkeyes Organe verkaufen koennen. Dann haette das geld vielleicht auch noch fuer ne Yacht gereicht :D


    Boah. Sie rauszuschmeißen reicht dir noch nicht? Wie fies bist du denn heute drauf!? :D

  • Das ist auch richtig Josie.


    Nur wenn jemand in ein anderes Türchen schreibt, dann steht dies im Portal wieder oben.


    Es wird immer nach den neuesten Beiträgen sortiert.

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    Geh in den Schuppen und schnitz was.