Koch verlangt Arbeitspflicht für Arbeitslose

  • Ich bin auch so ein Beispiel mit Eigeninitiative eine Weiterbildung gemacht, die mir mein Sachbearbeiter nicht in Aussicht gestellt hat.


    Ich habe 2008 für 2500 € die Weiterbildung zur Bürofachwirtin für Personal und Rechnungswesen gemacht, habe während und nach der Weiterbildung eine Anstellung gefunden, die ich auch nicht vom Amt vermittelt bekommen habe.


    In der Zeit, wo ich bei der Arge war, habe ich kein einziges Stellenangebot bekommen und hab alles selbst gesucht. Soviel zur Arbeitsvermittlung der Arge.

  • Meine Meinung hierzu ist zwiespältig. Als ich Student war, habe ich im Getränkemarkt gejobbt. In einem herunter gekommenem Stadtteil. Was da für Leute rumlaufen, dass kann sich ein anständig erzogener Mensch kaum vorstellen. Die ersten Wochen war ich geschockt.


    Meine Achtung gegenüber den Leuten, die nach rumänischen Strassenkötern stinkend morgens um 8 Uhr schon Bier gekauft haben und sich auch noch über mich hart Arbeitenden belustigt haben, ist seitdem auf dem Tiefpunkt. Das ist der "Klischee-Hartz-IV-Empfänger". und den gibt es, ehrlich gesagt, ziemlich häufig. Fast ebenso häufig gibt es den Arbeitsunwilligen. Davon kenne ich persönlich zwei. Der eine hat sogar einmal mit Farbe seine Hauswand beschmiert, und zwar mit der Aufschrift: "Ich habe Null Bock auf Arbeit". Und wer wie ich für 5 Monate arbeitslos war und die ArGe musste, weiss, dass es eine Menge solcher und ähnlicher Asozialer gibt.


    Dann gibt es die anderen Hartz-IV-Empfänger. Die ohne Schuld und Arbeitswillig zur ArGe gehen müssen, aber keine Arbeit finden. Zu diesen Leuten zähle ich mich. Und ja, ich habe mich geschämt, ein Hartz-IV-Empfänger zu sein.


    In den Statistiken der letzten 5 Monate werde ich aber in den selben Topf geworfen, wie die oben beschriebenen Asozialen. Und nicht Leute wie z.B. ich dominieren die Wahrnehmung der Öffentlichkeit, sondern die Asozialen.


    Und diese Asozialen, die Jahre- und Jahrzehntelang auf Kosten des Staates leben und dann auch noch über den fürsorgenden Staat meckern, die meinte Koch wohl. Und dafür habe ich Verständnis.

    An der Liebe zur Schönheit ist nichts auszusetzten. Aber Schönheit ist, sofern sie nicht mit etwas Sinnvollem vermählt ist, immer nur oberflächlich.

  • Ich glaube was den meisten von uns vielleicht böse aufstößt ist wirklich die Tatsache, dass man sich selbst abrackert und Menschen die Hartz IV beziehen noch viel zu gut Leben.


    Man kann niemanden über den gleichen Kamm scheren und man kann auch immer ungewollt in die Lage kommen (wird mir auch passieren wenn ich nach dem Studium nicht sofort in Arbeit komme) jedoch muss man wirklcih sehen, wer gibt sich mit dem Zusatnd zu frieden und wer nimmt die Situation hin?!


    Es wird immer Eigeninitiative gefordert, aber warum wird diese dann nicht auch mal "entlohnt". Klar muss man sich dann mal Gedanken drübr machen wie und wofür, aber auch dass wird dann im Zuge von Verwaltungskosten usw. wieder auf Eis gelegt werden.


    Warum arbeiten, sich 8 und mehr Stunden abrackern für nichts oder nur für wenig mehr als Hartz IV?


    Es ist sicherlich angenehm sich über nichts Sorgen machen zu müssen. Miete und Heizkosten, sowie Wasser werden gezahlt. Man bekommt die Krankenversicherung bezahlt und ist dazu noch von der Medikamentenzuzahlung befreit (in einigen Fällen geht dass Amt sogar so weit, Frauen die Pille zu zahlen!) und wie es mit der Praxisgebühraussieht weiß ich nun nicht! Denn weiter die Befreiung von der GEZ, Zuschüsse für Klassenfahrten von den Kindern, damit diese am "normalen" Leben teil haben können und die liste kann man glaube ich noch weiter führen!


    Ich verurteile niemanden, denn wie gesagt mir kann es auch passieren!

    Ich danke der Academy....Ach Quatsch, ich danke mir selbst!

  • Quote

    BA-Jahresbilanz
    Hartz-IV-Missbrauch nahm 2009 zu
    Die Zahl der eingeleiteten Straf- und Bußgeldverfahren gegen Hartz-IV-Empfänger ist im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf knapp 165.000 Fälle gestiegen. Dies geht aus der Jahresbilanz der Bundesagentur für Arbeit (BA) über den Leistungsmissbrauch im Hartz-IV-System hervor, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. In den meisten Fällen seien demnach von Langzeitarbeitslosen falsche Angaben gegenüber den Jobcentern und Arbeitsgemeinschaften (Argen) gemacht worden, mit dem Ziel, höhere Leistungen zu kassieren.


    Quelle: tagesschau.de


    Kompletter Artikel


    Mir fällt kein Kommentar ein . . .

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Quote

    Original von Cpt Tuttle
    Mir fällt kein Kommentar ein . . .


    Finde ich jetzt gar nicht so dramatisch. Das heißt, das ca. jeder fünfzigste Hartz IV Empfänger betrogen hat. Ich glaube, die Quote der Steuerbetrüger bei den "Besserverdienenden" dürfte erheblich höher sein. Auch der wirtschaftlichen Schaden, der daraus resultiert, dürfte um ein vielfaches darüber liegen.


    Sicherlich gibt es reichlich Menschen, die unser Sozialsystem ausnutzen. Die sehe ich auch jeden Tag, wenn ich meine Tochter vom Kindergarten abhole. Stehen immer in der Nähe vom Edeka, um sich schnell Nachschub holen zu können. Aber denkt bitte auch daran, das Alkoholismus eine Krankheit ist. Und bei einigen vielleicht sogar durch die trostlose Hartz IV Lage ausgelöst wurde. Deshalb möchte ich auch nicht alle vorschnell verurteilen.


    Arbeit muß sich wieder lohnen. Aber das muß ganz unten anfangen. Das man von jedem verdienten Euro nur zwanzig Cent behalten darf, ist einem Arbeitslosem nur schwer zu vermitteln. Auch die Löhne, die man bei Zeitarbeitsfirmen bekommt, helfen nicht wirklich, das Problem zu lösen.

    "Ich glaube das kleine Scherzchen wurde soeben ins Fegefeuer verdammt"

  • Das sollte auch gar nicht entrüstet klingen. Ich hab nur den Artikel heutemorgen gelesen und dachte, er passe hier her. Dann habe ich überlegt ob und wie ich das kommentieren soll. Aber mir ist nichts eingefallen.


    Was Du sagst stimmt. Ich denke, dass es auch für die Selbstachtung nicht gerade förderlich ist, wenn man bei so einer Zeitarbeitsfirma arbeitet. Das ist ja mal als Argument angeführt worden: dass man dann motiviert wird, usw.


    Hat sich alles nicht bewahrheitet. Abschreckend ist Hartz IV so oder so.
    Außerdem: wenn überall die Firmen grundsätzlich entweder Azubis haben oder Billigkräft beschäftigen, was soll ein junger Mensch nach der Ausbildung machen? Übernommen wird man nicht, weil man dann anständig bezahlt werden müsste, und woanders ist es genau dasselbe. Also ALG und dann Hartz IV. Die Situation ändert sich ja auch nicht.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Quote

    Original von Cpt Tuttle

    Außerdem: wenn überall die Firmen grundsätzlich entweder Azubis haben oder Billigkräft beschäftigen, was soll ein junger Mensch nach der Ausbildung machen? Übernommen wird man nicht, weil man dann anständig bezahlt werden müsste, und woanders ist es genau dasselbe.


    Ja, das stimmt. Ausbildung ist zwar wichtig, aber die meisten Firmen verschenken danach dieses Potenzial, was sie sich selber geschaffen haben. Lieber werden billige Zeitarbeiter beschäftigt, die auch erst wieder neu angelernt werden müssen.


    Aber unsere neue Regierung tut ja alles, um neue, gutbezahlte Jobs zu schaffen. Das wird schon.
    http://www.spiegel.de/wirtscha…les/0,1518,675361,00.html

    "Ich glaube das kleine Scherzchen wurde soeben ins Fegefeuer verdammt"