wertschätzung von musik

  • gerad ging unter meinem schlafzimmerfenster jemand vorbei der auf seinem handy musik hörte. schrebbelig und laut plärrte der song aus dem nicht vorhandenen lautsprecher.
    mein erster gedanke war
    "Hat der Song das verdient???"


    Dieses musik aus dem handy gehöre ist doch pures balzverhalten oder?


    Mein MP3 player ist immer dabei, und immer voll mit meinen lieblingssongs, und ja ich weiss es gibt songs die MUSS man laut hören.
    (ich hab den hörschaden ums zu beweisen ;) )
    aber diese miese qualität aus den handys?
    Für die kids heute ist musik sicherlich genau so wichtig wie für uns damals (hust ich bin alt hust)
    aber ich glaube das verhalten dazu hat sich verändert.
    mich hat man früher auf der strasse auch gehört, den overspill vom walkman aber für mich war die musik laut und klar und ich konnte mich ein bissi abschotten (sehr wichtig im schulbus)
    heute gehts glaub ich nur drum dem umfeld so gut wie möglich auf die naht zu gehen und/oder zu zeigen wie cool man ist weil man den neuesten song von wem auch immer auf dem handy hat.


    Aber ist das fair den interpreten bzw schreibern gegenüber? die wollen doch heute genau so ihre message rüber bringen wie vor 20 jahren, gut die message hat sich verändert, aber dieses schrille geschrebbel hat doch wirklich keiner verdient, nicht zuletzt der unbeteiligte zuhörer, oder?

  • Geht halt nur nocht drum, wessen Handy am meisten kann .... und wer die coolste Musik hoert. Ich glaub, dass die wenigsten die Musik hoeren, weil sie sie wert schaetzen. Ist einfach cool damit rumzulaufen.


    Ist aehnlich schlimm wie Klingeltoene. Verhunzte Musik. Andere Leute finden Beethoven aus der Stereoanlage mies -- kann ich auch irgendwie verstehen - Klassik hoere ich auch am liebsten Live.

  • echt?
    also ich hör klassik am liebsten aus der dose.
    klar son schönes philharmonie konzert oder auch mal bissi was gruseliges wie die passion neulich das ist live schon ein erlebniss.
    aber gerade bei klassik liebe ich es mich auf meinem sofa aus zu strecken und einfach die augen zu schliessen und der musik zu folgen, in grosser runde hab ich da immer irgendwie sschwierigkeiten weil man nicht so bequem sitzen kann und/oder die leute doof gucken wenn man mitwippt oder so...
    which reminds me ich glaub ic hwerd mir heut abend mal wieder meine pucell cd rein schmeissen das tv programm ist ja wirklich unter aller kanone. oder vielleicht doch mal wieder den satie? ist auch urzeiten nicht mehr aus der hülle gekommen

  • Alley, Du sprichst mir mit diesem Thema aus der Seele....
    habe mir genau das gleiche auch schon öfter mal gedacht... entweder wenn Kiddies in der Bahn den Ultimativen "welches Handy hört sich schlechter an, und das bitte noch am lautesten-Test" starten....
    Die Musik selbst ist uninteressant... hauptsache Cool muss es sein... ja nee... is klar.... Wenn man dann vor den Leutchen steht, und sie fragt, wie sie cool definieren, wird man jedoch auch nur seltsam angesehen.... ich weiß jedoch nicht, ob sie dann einfach das Wort "definieren" nicht verstehen, oder generell gar kein deutsch sprechen-.... keine Ahnung ;-)


    Ich hab jedoch eh mittlerweile das Gefühl, dass die jüngeren Generation (natürlich mit bestimmt ganz ganz vielen Ausnahmen darunter - hoff ich zumindest-) kaum mehr auf die Aussage der Lieder achten.... meine Arbeitskollegin zum Beispiel.... sie ist gerade mal 7 Jahre jünger als ich... und kam letztens mit einem "totaaaaaal cooolen" lied an... als ich sie gefragt hab, um was es denn in dem Song gehen würde, schaute sie mich nur an, und meinte: keine Ahnung, was interessiert michs! Hauptsache es gefällt!" (und wie würde ihre meinung jetzt über dieses lied ausfallen, wenn sie wüsste, dass darin ähhh..... *beispielsuch* Kindermissbrauch für gut geheißen werden würde(sorry, sehr krasses beispiel, aber ich denke, es verdeutlicht es ganz nett, was ich meine)? Würde es dann immer noch gefallen?


    Mir persönlich sind gerade und in erster Linie die Texte und die Message wichtig, die hinter einem Lied steht... die ein Lied in sich verbirgt... die Musik als guter "inszenesetzer" ist natürlich dann optimal... Doch auch ohne Texte hat die Musik an sich so viele Ausdrücke, die Gefühle wiederspiegeln, untermalen.... wobei es hier wieder eher interpretationssache ist, wie die Nachricht des Liedes denn lauten könnte....


    Obs den Interpreten jetzt großartig juckt, ob jemand über die straße läuft oder in der U-Bahn sitzt, und wärend dessen sein lied laut übers handy laufen lässt... keine Ahnung... ich würde sagen, dass das voll und ganz auf den Interpreten ankommt... immerhin gibt es heutzutage genug Interpreten, welche sich auf die Bühne stellen, ein Lied singen, dessen Text von jemand anderem geschrieben worden ist, und dessen Musik von jemand anderem komponiert worden ist..... das wiederum wirft die Frage auf: wie viele Interpreten kennen die Message des Songs den sie singen überhaupt selbst und wissen diesen zu schätzen??

  • gundula ich glaube mit deiner arbeitskollegin hätte ich spass :D
    wobei ich auch sagen muss ich hab auch viele lieblingslieder bei denen ich keine ahnung habe was da gesungen wird einfach weil ich die sprache nicht kenne
    aber die melodie ist toll der rythmus gefällt mir und ich mag das gefühl was mir die musik gibt.


    ich denke schon das die meisten interpreten sehr gut um die message der songs wissen die sie da singen, allein schon um das lied anständig interpretieren zu können,
    ich kenn es jetzt nur speziell von einer person daher spezielles beispiel,
    ne freundin von mir musste neulich lieder auf polnisch singen und hat sich nen sprachtrainer gesucht der ihr 1. die aussprache beibringt und 2. erklärt worum es in den liedern geht einfach um sie auch dementsprechend zu singen.
    ich hab die aufnahmen neulich gehört und fands toll, auch wenn sie zugeben muste das sie inzwischen keine ahnung mehr hat was sie da gesungen hat. aber sie vermittelt ein grundgefühl auch wenn man den text nicht versteht.


    und bei dem momentanen bildungsstand im fremdsprachenbereich verstehen die kids ja nichtmal die einfachen englischen popsongs die sie sich reindröhnen.
    vielleicht schwappt auch deshalb wieder eine neue neue deutsche welle übers land weil die blagen endlich mal raffen was da gesungen wird :D

  • Quote

    Original von Gudula
    Mir persönlich sind gerade und in erster Linie die Texte und die Message wichtig, die hinter einem Lied steht... die ein Lied in sich verbirgt...


    Das sehe ich etwas anders.


    Mir geht es in erster Linie um die Musik. Wenn ich einen guten Text haben will, dann lese ich ein Buch. Ich meine,
    in groben Zügen will ich schon wissen, um was es bei dem Lied geht. Wenn das jetzt Texte wären, die absolut nicht
    zu meiner Gesinnung passen, würde ich mir die Lieder auch nicht mehr anhören. Aber mein Englisch ist meist nicht
    gut genug, um die Lieder komplett zu verstehen.

    "Ich glaube das kleine Scherzchen wurde soeben ins Fegefeuer verdammt"

  • Ich gebe zu, ich habe mir auch einige Titel aufs Handy geladen. Aber eigentlich nicht als Art MP3 Player Ersatz, sondern, weil ich die immer abwechselnd als Klingeltöne einstelle, da mit die Standarttöne vom Telefon, nicht gefallen.


    Prinzipiell möchte ich schon wissen, worum es in einem Song geht, aber die Musik selber macht auch sehr viel aus. Was habe ich z.B. davon, dass Herbert Grönemeyer tolle Texte schreibt, ich aber finde, dass sich das, was er da vorträgt, nicht Gesang nennen kann?


    Andererseits gibt es auch Songs, wo lediglich die Musik teilweise melodisch ist, man den "Gesang" aber nicht versteht. Auch sowas höre ich, je nach Laune.


    Ob die Interpreten das nun toll finden, dass ihre Songs auf scheppernden Handylautsprechern gespielt werden, und warum jemand sowas tut, weiss ich nicht. Ich denke einfach, dass man heutzutuage als Interpret mit sowas rechnen muss. Und selbst wenn die Songs nicht von irgendwelchen Seiten gekauft wurden, so gibt es ja auch die Möglichkeit, sich Songs von Youtube und co zu laden. Also verhindern lässt sich das eh nicht..

  • Seien wir doch mal ehrlich: Wer von uns kann den vollen Text von Suicide is painless auswendig? Ich nicht. Und ich find das Lied trotzdem klasse.
    Ich glaub auch nicht, dass das was vollkommen neues ist, dass die Jugend den Text nicht versteht. Das war vor 30, 40 Jahren auch nicht viel anders, da waren die Englischkenntnisse doch oft auch nicht ausreichend für.

  • melodisch instrumentalisierung klasse aber der sänger hat das goldene jodeldiplom geht garnicht
    und das wo ich auch arabische musik höre die auch so jodeln aber bei dem gerad kann ichs echt nicht aushalten

  • und selbst die dürften schwierigkeiten haben...
    aber auf der anderen seite ich ham aufm player gerad einen song den ich totaaaalll klasse finde... so musik und gesang... und dann hab ich mal genauer hingehört... mitten drin singt er über die tollen brüste der frau die auf dem italienischen ledersofa hopsen.... nu muss ich jedesmal lachen wenn das lied anfängt

  • Kurz meine Meinung? Musik/Tanz war schon immer zum Posen da: Wer am lautesten und rhytmischsten trommelt, lockt die meisten Mammuts an und bekommt einen Zuschlag beim Familie gründen. Wer den Rhythmus vorgeben darf, hat sich schon als Chef hervorgetan. Musik/Rhytmus ist also nicht nur ein Balzritual, sondern, wie Handy und Klamotten, auch ein Statussymbol: Man rechnet sich einer bestimmten Gruppierung zu und gliedert sich rangmäßig innerhalb der Gruppe ein. Mag heutzutage nicht in jedem Falle mehr Sinn ergeben, aber es glauben ja auch noch genügend dran, daß der Mann das Geld verdienen geht und die Frau für die Erziehung zuständig ist.


    Finde am Handygedudel also nichts Schlimmes dran, auch wenn mir das Gedudel in der Straba manchmal auf den Keks geht.


    Was die Künstler betrifft: In Zeiten in denen das neue Album nur noch Werbung für die Tour ist, wäre es mir recht, wenn mich so viele wie möglich hören.


    Und zur Message: Davon mal abgesehen, daß es keine Aussage ohne Inhalt gibt, muss nicht immer alles inhaltsschwer sein. Musik soll auch mal beim Abschalten helfen, nicht nur beim Nachdenken.


    Und das allerschönste an Musik ist ihre Universalität: Spiele einem Stamm in Papua Neuguinea mit dem Kontrabass was vor und sing dazu. Wenn es leidenschaftlich genug ist, wird es bestimmt ankommen. Auch auf korsisch.