• Die neusten "Geheimdokumente" auf Wikileaks zeigen, dass der Afgahnistankrieg nicht ganz traumhaft für Amerikaner, aber auch Deutsche, läuft. Gedachte haben sich das viele auch vorher schon, aber über 90000 Dokumente erhöhen den Druck aus der Öffentlichkeit natürlich gewaltig und die Wut der Amerikaner auf Wikileaks steigt.


    Ich bin noch irgendwie hin und hergerissen, ob ich solche Aktionen von Wikileaks gut oder schlecht finden soll.
    Daher dachte ich, gehe ich hier mal auf Meinungsfang.


    Hat die Öffentlichkeit wirklich ein Recht auf alle Daten? Gibt es nicht besser Dinge die geheim bleiben sollen? Kann man jemanden der unkommentiert und zusammenhangslos einfach mal 90000 Dokumente ist Netz stellt als Datenfreiheitskämpfer bezeichnen oder eher als Wichtigtuer. Wo hört die Freiheit auf und wo fängt Verrat an?

  • Ja, das sind gute Fragen. Auf die ich allerdings auch keine Antwort weiß. Wikileaks sagt ja, sie haben nur Material online gestellt, das niemanden physisch gefärdet. Aber ob das so ist?
    Um die Fragen wirklich fundiert beantworten zu können, müsste man im Grunde genommen alle 90.000 Dokumente gründlich durcharbeiten...

  • Ja das Bestreben von Wikileaks ist bestimmt gut gemeint. Freier Journalismus, etc.


    Aber es wird ja auch immer wieder gesagt, dass solche Dinge gefährlich sind.


    So kommen nämlich auch beispielsweise die Taliban an solche Informationen, außerdem kommen sie dahinter, dass die Einsätze nicht von der Bevölerung befürwortet werden.


    Militärs betonen immer wieder, dass es gefährlich ist, wenn die Taliban solche Informationen haben, da sie dadurch motiviert werden.


    Ich selbst verstehe nichts davon. Ich weiß auch nicht, ob die Militärs damit recht haben.


    Aber eigentlich kann man da nichts sagen. Pressefreiheit ist eben Pressefreiheit.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Quote

    Original von Lord Peter
    Ja, das sind gute Fragen. Auf die ich allerdings auch keine Antwort weiß. Wikileaks sagt ja, sie haben nur Material online gestellt, das niemanden physisch gefärdet. Aber ob das so ist?


    Ich bezwifel, dass dies so ist.
    Also wenn es darin heißt, dass eine amerikanische Task-Force, die eine Todesliste besitzt, auch gerne mal im deutschen Lager rumhängt, halte ich das für gefährlich. Die werden dadurch dann zum Ziel.


    Das Problem ist, dass alles so unkontrolliert rausgehauen wird. Aber wer solles auch kontrollieren. Das kann nur wikileaks selber. Und das Dogma des Gründers ist ja ganz klar. Alle Daten für alle.


    Es gibt halt wieder für alle Meinungen Beispiele. Im Fall von Abu Ghraib war jeder für eine Veröffentlichung und fand es gut, dass sowas rauskommt. Gibt aber genug Aktionen die besser geheimbeliebn, glaube ich.


    Über Sonderkommandos mit Todeslisten kann und muss man sicherlich streiten. Aber darüber streiten und deren Standorte zu verraten...das steht für mich auf verschiedenen Papieren.

  • Mit Pressefreiheit hat das nichts zu tun. Die Dokumente wurden als geheim eingestuft, d.h. die Presse darf sie nicht veröffentlichen. Nun ist die Frage: Ist es moralisch gerechtfertig, sich darüber hinwegzusetzen? Und das ist eben nicht so leicht zu beantworten...

  • Das hat schon was mit Pressefreiheit zu tun. Die Pressefreiheit im moralischen Sinne. Wikileaks beruft sich ja gerade darauf, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Informationen hat, und dass sie das Recht haben, der Öffentlichkeit diese Informationen zur Verfügung zu stellen.


    Ich bin wie gesagt kein Fachmann, aber wie sollte man Wikileaks das verbieten?


    Du hast aber völlig recht: Eigentlich geht es um die moralische Frage.


    Folgt man um jeden Preis dem Prinzip, alles der Öffentlichkeit zugänglich zu machen um lückenlose Aufdeckung zu garantieren? Oder denkt man an den Schaden, den so etwas u.U. hervorrufen könnte?


    Dann ist abzuwägen, wie groß der Schaden wäre. Das ist aber auch das Problem, woher soll man wissen, wer wann wo was mit den Informationen macht.


    Da man die Konsequenzen nicht abschätzen kann, sollte man sich vielleicht an die Geheimhaltungspflicht halten.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Eigentlich total bekloppt, die Aktion.
    Das nächste wird sein, dass sich die Talibankämpfer in Kabul in ein Internet-Café setzen (von denen es da bestimmt hunderte gibt) und die Informationen gründlich durcharbeiten.


    Bescheutert, der Gegenseite seine Informationen so leicht zugänglich zu machen. Wer braucht noch Spione, wenn er Wikileaks lesen kann?

  • Zu dem konkreten fall kann ich leider nicht viel beitragen, aber wie hier ja auch der Grundton ist, bin ich der Meinung, dass derartige Veröffentlichungen ein unkalkulierbares Spiel mit dem Feuer, Risiko, darstellen.


    Um eine letztendliche Aussage treffen zu können müsste man, wie Lord Peter schrieb, alle 90 000 Dokumente nebst den exakten hintergründen kennen.


    Als Vershclusssache eingestufte Dokumente haben im Netz jedoch zweifelsfrei nichts verloren!


    Anonsten bleibt mir ein Beispiel dafür, dass es durchaus Dinge gibt, die die Bevölkerung besser nicht weiß: Mittlerweile sind die alten Katastrophenschutz-Dienstvorschriften (KatS-DV) online beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe abrufbar (Mit Ausnahme jener, die als Verschlusssache eingestuft sind!). Wenn man sich einzelne Exemplare mal durchliest bemerkt man, dass in den Zeiten des Kalten krieges selbst Tod und Verderben nach einem Atomschlag noch generalstabsartig verwaltet worden wären.
    Hätte das damals die Zivilbevölkerung gewusst, wäre so manche Krise heißer geworden.
    Besonders deutlich finde ich in diesem Zusammenhang die KatS-DV 701 - Der Veterinärzug

  • Und wieder hat wikileaks zugeschlagen.


    Westerwelles Gedanken mangelt es an Substanz, Merkel ist unkreativ, Schäuble ein alter zorniger Mann.
    Na dafür brauche ich kein wikileaks, da langt eine Tageszeitung oder ein Fernseher ;)

  • Quote

    Original von BlakeMZ
    Westerwelles Gedanken mangelt es an Substanz, Merkel ist unkreativ, Schäuble ein alter zorniger Mann.
    Na dafür brauche ich kein wikileaks, da langt eine Tageszeitung oder ein Fernseher ;)


    :D :D :D :D

  • Die Briten haben Julian Assange jetzt in Gewahrsam. Der Haftbefehl wegen Vergewaltigung kam wohl zum richtigen Zeitpunkt für die, denen er ein Dorn im Auge war.
    Praktisch solche Zufälle ;) :D

  • Wenn die Vorwürfe wirklich stimmen, dann nimmt die Justiz hoffentlich ihren Lauf und der Mann wird verurteilt. Ansonsten hat das ganze schon ein Geschmäckerchen nach Spion vs. Spion im tiefsten kalten Krieg.
    Mal schauen, ob das Verfahren im Sande verläuft, aber dann über Schweden doch eine Auslieferung an die USA stattfindet, wo es dann einen Spionageprozess geben wird.
    Abwarten und Coke trinken...

    By command of the new commanding officer, all officers report to the commanding officer's office, sirs!


    Radar O'Reilly in "Change of Command"/ "Ich bin Colonel Potter"