7. Türchen

  • Der Koreakrieg lag nun schon einige Jahre zurück und die Soldaten, Invaliden und das medizinische Personal der Vereinigten Staaten of Amerika waren zu ihren Familien zurückgekehrt. Die Männer und Frauen des mobilen Feldlazaretts 4077th hatten einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Frauen, Kinder und Eltern 97% der bei Ihnen behandelten Soldaten überlebt haben.


    Wie zu jedem Weihnachtsfest in den letzten Jahren würdigte ein US Radiosender einen der Helden des Koreakrieges, der zwar nicht direkt in die Kampfhandlungen beteiligt war, aber im Hintergrund den vielen Männern geholfen hat, dass es ein gutes Ende nehmen konnte.


    „Willkommen meine geliebten Zuhörer und Zuhörerinnen. Wie Sie alle wissen, dürfen wir heute einen besonderen Gast bei uns begrüßen. Doch bevor ich ihm das Mikro für die nächste Stunde überlasse, möchte ich Ihnen den jungen Mann nach einem kurzen Werbeblock vorstellen. Bleiben Sie dran bei 92.9 KGRC“


    *M*A*S*H* *4*0*7*7*


    Im Hause Potter waren Mildred und Sherman damit beschäftigt, alles für das Weihnachtsessen vorzubereiten. Colonel Potter hatte sich zu seiner Pensionierung aus der Army nur eines gewünscht, er möchte seine Frauen und Männer aus dem 4077th regelmäßig zu Weihnachten sehen. Gleich im ersten Jahr hatte es tatsächlich zu seiner eigenen Überraschung stattgefunden, seine Frau war damals eine großartige Gastgeberin gewesen und sie war stolz darauf, die Menschen kennen lernen zu dürfen, die sich mehr als 2 Jahre um ihren Mann gekümmert hatten.
    „Liebling, ich kann es einfach nicht glauben, dass wir jetzt schon wieder an der Reihe sind, die letzten Jahre sind so schnell vergangen.“


    Sherman Potter, der gerade die letzten Weinflaschen kühl stellte, schloss den Kühlschrank und sah seine Frau mit einem Funkeln in den Augen an. „Ja, die Jahre sind wie im Flug verstrichen, aber dennoch bist du noch genauso schön, wie als du mich damals vom Flughafen abgeholt hast. Ich bin schon sehr gespannt, wie es den anderen über das ganze letzte Jahr vergangen ist und wie groß wohl Mitchell und Jennifer geworden sind.“


    Bei den Gedanken an die beiden Zwillinge bekam Mildred funkelnde Augen, sie hatte die beiden im letzten Jahr noch in der kleinen Babywicke liegen gesehen, nun würden sie sicherlich schon laufen können. „Sherman, weißt du, wann alle hier sein wollten? Müssten sie nicht langsam eintreffen?“


    Mit einem Blick auf die Uhr antwortete der Colonel. „Ich hatte zu 15:00 Uhr eingeladen, jetzt ist es kurz vor. Ich denke, bei dem Wetter da draußen werden einige von ihnen sicherlich ein bisschen später kommen. Walter hatte mir gestern am Telefon noch gesagt, er hätte noch einen Termin und wird nachkommen. Er sagte aber, wenn wir sollen aber auf jeden Fall sicherstellen, dass wir das Radio auf KGRC eingestellt haben.“


    Ihm war die Bitte zwar merkwürdig vorgekommen, aber da dieser Sender eh meist im Hause Potter lief, sollte dies kein Problem sein.


    *M*A*S*H* *4*0*7*7*


    In Minutentakt trafen dann die Gäste kurz nach 3 bei den Potters ein, nachdem man sich ausgiebig begrüßt hatte und man es sich zu Kaffee und Kuchen im Wintergarten gemütlich gemacht hatte. Stand Sherman Potter neben seinem alten Kofferradio, was auf einem Beistelltisch in der Ecke sein Platz hatte. „Liebe Gäste, ich freue mich riesig, dass ihr den langen Weg auf euch genommen habt, damit wir wieder ein wunderschönes Wochenende gemeinsam verbringen können. Leider sind noch nicht alle da, aber ich soll euch allen sagen, dass wir noch heute vollzählig sein werden, Radar hat noch einen Termin und Pierce ist Familie unterwegs. Bis dahin sollen wir aber schon einmal einen schönen Nachmittag verbringen, dabei sollte passend zum Advent die Musik nicht fehlen.“


    Sherman schaltete das Radio ein und setzte sich neben seine Frau, die schon in einem Gespräch mit Peg Hunnicutt vertieft war. „So, bevor wir alle verhungern, greift zu lasst es euch schmecken.“


    Die Gäste nahmen diese Einladungen dankend an und waren schon wenige Sekunden später in Gespräche verwickelt, was so alles in den letzten 12 Monaten so passiert war.


    *M*A*S*H* *4*0*7*7*


    Im Radio war der Werbeblock beendet und der Moderator stellte nun seinen Gast vor, ohne dass es die Gäste von Colonel Potter zunächst bemerkten.
    „Meine Damen und Herren, darf ich Ihnen unseren heuten Gast-DJ für die Weihnachtsstunde vorstellen? Es ist ein junger man aus Iowa, er heißt Walter O’Reilly und ist ein junger Farmer und aufstrebender DJ in seiner Heimat. Mister O’Reilly, wollen Sie vielleicht unseren Zuhörern erzählen, warum wir Sie heute bei uns haben?“


    Man spürte im ersten Moment, dass sich Radar nicht so wohl mit der Frage fühlte, es war nicht so, dass er zum ersten Mal im Radio wäre, aber er trotz der ganzen Jahre noch immer schüchtern. „Gerne Barry. Ich bin heute hier, weil ich von einem Kollegen von Hause an den Sender weiterempfohlen wurde. Er hatte gehört, dass KGRC dieses Jahr mit der Sondersendung zum Ende des Koreakrieges ausstrahlen würde und er wusste, dass ich die Tage bei meinem alten Colonel zu Besuch bin. Und da ich als Kompanieschreiber zwar nicht direkt an der Front war, ich aber so viel Gutes getan habe drüben in Korea, laut meinem Chef beim heimischen Radio, hatte ihr Produzent mich eingeladen und gefragt, ob ich hier sein möchte.“


    Barry wandte sich wieder an die Zuhörer und kündigte dann an: „Ihr Leute da draußen in Missouri nach einem Song wird DJ Radar das Kommando übernehmen und durch das Programm führen. Have fun.“


    *M*A*S*H* *4*0*7*7*


    „DJ Radar, das erinnert mich doch gleich an unsere kleinen Radar, wo steckt unser Junge aus Iowa eigentlich?“ Klinger hatte sich mit seiner Frau Soon-Lee natürlich auch eingefunden, sie waren das erste Mal bei der Feierlichkeit dabei, denn sie hatten bis im Frühjahr noch nach der Familie Soon-Lees gesucht, doch leider haben die beiden keinen Erfolg gehabt.


    Colonel Potter grinste den Mann mit libanesischen Wurzeln an und berichtete ihm, dass Radar etwas später kommen würde. Irgendetwas in Sherman war sich nicht sicher, ob vielleicht das Radio mit der Verspätung zu tun haben könnte. Aus einem Gefühl heraus stellte der ehemalige Kommandeur das Radio lauter und versuchte die nächste Anmoderation mitzubekommen.


    „Hey, hey, hey, ihr Leute da draußen an den Radios, ich bin DJ Radar und werde euch jetzt die beste Mucke auf den Ohren legen, die ich hier für euch entstauben kann. Der erste Song, den ich für euch spiele heißt „Have yourself a merry little Christmas“ von Judy Garland aus dem Jahr 1944.“


    Die Gäste im Wintergarten ließen alle Kaffeetassen und Gabeln erstaunt sinken, sie erkannten sofort die Stimme ihres Freundes und Colonel Potters Gefühl wurde bestätigt. Klinger fing plötzlich an zu lachen. „Heiliges Kanonenrohr, entschuldigen Sie Francis, das gibt es ja wohl nicht, der kleine unscheinbare Radar hat es ins große Radio geschafft. Aber ich denke, er muss noch einiges lernen, so habe ich es ihm nicht beigebracht.“


    Father Mulcahy, der sein Gehör über die letzten Jahr zu fast wieder 100% wieder erlangt hatte und auch aus Korea zurück gekehrt war, legte eine Hand auf den ehemaligen Sergeant. „Klinger, ich fand die Ansprache jetzt gar nicht schlecht, wie es mir scheint, macht ihm das richtig viel Spaß. Damals in Korea fand ich es klasse, dass er für uns aufgelegt hatte, er brachte etwas Erträglichkeit in diesen schlimmen Ort.“


    Kaum hatte Father Mulcahy das ausgesprochen, bereute er seinen Spruch auch schon wieder, denn nun bekam Colonel Potter ein seliges Gesicht. Er erinnerte sich genau an die Zeit und wie oft er damals „Sentimental Journey“ sich gewünscht hatte und Radar es immer wieder spielte, zwar unfreiwillig, aber Befehl war Befehl.


    *M*A*S*H* *4*0*7*7*


    Im Studio fühlte sich Radar nun wie zu Hause, denn er suchte schon nach der nächste Platte, die er den Hörern vorstellen wollte. Dabei konnte er sich gerade genau vorstellen, wie die anderen bei seinen ehemaligen Chef um den Tisch herum saßen, aßen und lachten. Aber er wusste auch, dass sie sich über ihn und sein Radioauftritt unterhalten würden. Daher machte er für den nächsten Song eine spezielle Ansage nur für sie.


    „So bevor ich euch mit „Frosty, the Snowman“ von Gene Austry aus dem Winter 1950 den Kaffee zuckere, möchte meine Freunde aus dem ehemaligen MASH 4077th grüßen, die gerade bei unserem allseits geliebten Doktor Potter an der Kaffeetafel sitzen. Macht euch keine Sorgen, ich komme bald zu euch.“


    Und schon spielten die ersten Takte im Radio und Raday lehnte sich glücklich im Studiosessel zurück, er tat ihm wirklich gut einmal wieder moderieren zu können. Es war etwas anderes als bei seinem kleinen Heimatsender, hier hätte er auf jeden Fall mehr Zuhörer.


    *M*A*S*H* *4*0*7*7*


    Bei den Potters zu Hause wurde während „Frosty, the Snowman“ sturmgeklingelt und Mildred Potter entschuldigte sich, um den Besuch zu begrüßen, außer Radar fehlten jetzt nur noch 2 Personen und sie konnte schon ahnen, wer es jetzt sein könnte.


    Als die ältere Frau die Tür aufmachte, wurde sie von 4 Paar großen Kulleraugen angeschaut, davon 2 kleine Augenpaare, deren Besitzer fröhlich losquietschten als sie Mildred sahen.


    „Meine Güte sind die beiden groß geworden und sie sehen euch total ähnlich. Kommt rein ihr vier, die anderen sind schon im Wintergarten.“ Sie drückte die Neuankömmlinge herzlich an sich und Hawkeye Pierce grinste über das ganze Gesicht.


    Er schob seine Frau und Mildred mit sanftem Druck in den Wintergarten und dort wurden Stühle gerückt und alle begrüßten sich mit einem Händedruck oder wurden in die Arme genommen.


    BJ nahm klopfte Hawk anerkennend auf die Schulter: „Hey, die beiden kleinen sehen super aus, das habt ihr echt gut hinbekommen. Margaret komm her und lass dich drücken? Wie geht es dir?“


    Margaret Pierce, stolz geborene Houlihan, ließ sich vom besten Kumpel von ihrem Mann begrüßen und bekam rote Wangen vor stolz. Es hatte lange gedauert bis Hawk und sie sich eingestanden hatten, dass sie ohne einander nicht mehr leben konnten. Nach dem Krieg hatten sie sich zunächst aus den Augen verloren, doch auf einer medizinischen Konferenz haben sie sich wieder getroffen, er arbeitete in der kleinen Praxis seines Vaters und sie hatte in Boston im Krankenhaus angefangen. So war die Entfernung nicht mehr weit gewesen und sie waren nach ihren Schichten meist zusammen.


    ------


    TBC

  • Quote

    Klinger fing plötzlich an zu lachen. „Heiliges Kanonenrohr, entschuldigen Sie Francis, das gibt es ja wohl nicht, der kleine unscheinbare Radar hat es ins große Radio geschafft. Aber ich denke, er muss noch einiges lernen, so habe ich es ihm nicht beigebracht.“


    *prust* Klinger wie er leibt und lebt!!!


    Was fuer ne klasse Idee mit dem Radio!! Ich freue mich auf die Fortsetzung

  • Meine Mittagspause ist gleich zuende und ich hab noch nichts gegessen, macht sowieso nur dick. Aber ich mußte die Geschichte einfach zuende lesen. TOLL!!! :D

    Life’s a journey. You need friends to enjoy the ride. Celebrating the greatest joy of all – Friendship.

  • Ich bin auch schon gespannt auf die Fortsetzung :)

    You have to leave the city of your comfort and go into the wilderness of your intuition. What you’ll discover will be wonderful. What you’ll discover is yourself. (Alan Alda )

  • eine ganz tolle geschichter .... wie alle anderen auch :)


    margaret und pierce ... find ich super. :)

    Du bleibst für immer in meinem Herzen! (22.07.2010)


    "Mit Frauen spielt man nicht. Es sei denn, sie sind ans Bett gefesselt!"