21. Türchen

  • Dies ist das 21. Türchen des MASH-Adventkalenders!Ich habe dieses Türchen nur geöffnet, der Autor der Geschichte ist Tomcat!!!


    "Radar, ich sage dir, das ist meine Chance," sagt Klinger," wenn Burns jetzt die nächsten Wochen hier das Kommando hat, dann werde ich ihn so lange in den Wahnsinn treiben, bis er mir § 8 bescheinigt."
    "Also, ich weiss nicht, Klinger. Meinst du wirklich das klappt," zweifelt Radar. "Na klar klappt das!", versucht ihn Radar zu überzeugen.


    Am abend hat Klinger Wachdienst. Er trägt ein kurzes rotes Kleid, dass auch noch einen tiefen Ausschnitt am Rücken hat, einen dazu passenden Hut und Schuhe mit 10cm Absatz. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, hat er sich ausserdem ziemlich grell geschminkt.
    Mit einem gefälligen Grinsen registriert er, wie Frank sich ihm nähert. Und der springt natürlich voll auf Klingers Aufmachung an:" Klinger! So lange ich hier das Kommando habe, laufen sie nicht so rum wie eine.... Äh, naja, jedenfalls nicht so! Sie ziehen sofort diese Fummel aus, Soldat!" Er nickt heftig, um dem ganzen Nachdruck zu verleihen.


    Klinger, immer noch grinsend, sagt:" Wie sie wünschen, Sir!" Und beginnt, sich auszuziehen, die Schuhe, das Kleid... "Was machen sie denn da?", ruft Frank entsetzt. Vom Geschrei angelockt, taucht nun Margaret auf:" Klinger! Sie sind ja nackt!" "Ja, Mam ! Der Major wollte das so," erklärt Klinger, immer noch grinsend. "Frank!", ruft Margaret erbost, dreht sich um und rennt zu ihrem Zelt.


    Frank schaut sich leicht panisch um, dann zuckt er hilflos mit den Schultern. "Das haben sie jetzt davon, Klinger," ruft er und rennt Margaret nach. "Das war Streich Nummer 1," murmelt Klinger zufrieden, während er seine Klamotten wieder anzieht.


    Am nächsten Tag registriert Frank zufrieden, dass Klinger in vorschriftsmässiger Uniform im Messezelt auftaucht. "Na, sehen sie, es geht doch," sagt er zu Klinger. "Ich tue das nur, damit sie nicht weinen, Mam," sagt Klinger, während er theatralisch an sein Herz fasst. "Nennen sie mich nicht Mam," fordert Frank. "Wie sie wünschen, Miss," sagt Klinger, nimmt sein Tablett und setzt sich. Frank bleibt unentschlossen mit seinem Tablett in der Hand stehen. Hawk rempelt ihn an:" Immer stehen hier diese grossen Hunde im Weg.." Margaret zieht Frank zu einem tisch, setzt sich neben ihn und zischt ihm zu:" Frank, das darfst du nicht durchgehen lassen. Er macht dich vor allen anderen lächerlich!" "Ja, ja, du hast recht," sagt Frank nervös und starrt weiterhin auf sein Tablett. "Nun tu doch endlich was," zischt Margaret wieder, und versetzt ihm einen Stoss in die Rippen. Er jault auf, steht dann auf und geht mit gesenktem Kopf zu Klingers Tisch. "Klinger, ich äh.. Ich möchte... Äh, nein, ich verlange, dass sie mich mit Sir anreden, weil.... ", stammelt Frank. "Weil er keine Frau ist," brüllt Margaret rüber.


    "Achso, "ruft Klinger zurück," verstehe, Sir!" "Doch nicht ich," plärrt Margaret zurück," er ist der Sir, und ich bin die Mam!" "Geht das auch etwas leiser," verlangt Hawk, "ich kann mich sonst nicht mit meinem Frühstück unterhalten." Klinger nickt nun verständnisvoll:" Jetzt verstehe ich." "Sehr gut," knurrt Frank und kehrt an seinen Tisch zurück. Beim verlassen des Zelts salutiert Klinger vor Frank und sagt:" Ich bin dann weg, Mam!" "Klinger!", bellt Frank. Als die Tür hinter ihm zu fällt, murmelt Klinger:" Das war Streich 2.."


    Später beobachtet Frank argwöhnisch, wie Klinger mit einem Eimer roter Farbe, und einem grossen Pinsel bewaffnet anfängt, Pfeile auf den Boden zu malen. Mit den Händen in den Hüften baut sich Frank vor ihm auf:" Klinger, was tun sie da?" "Ich male Pfeile zu meinem Zelt, damit sie mich finden, Sir," erklärt Klinger und wirft einen prüfenden Blick zum Himmel. "Damit wer sie findet," will Frank nun wissen. Klinger steht auf, legt Frank eine Hand auf die Schulter und erklärt flüsternd:" Die Ausserirdischen, Sir. Sie haben mir versprochen mich zu holen und heim nach Toledo zu bringen."
    "Klinger, sie ticken ja nicht richtig," brüllt Frank und schüttelt Klingers Hand von seiner Schulter. "Das sage ich doch schon die ganze Zeit," ruft ihm Klinger nach.


    "Hubschrauber!", ruft Radar, und alle machen sich auf den Weg zum Landeplatz. Allerdings kann dort kein Hubschrauber landen, denn mitten auf dem Landeplatz sitzt Klinger. Er trägt einen braunen Anzug und hat einen grossen Koffer neben sich stehen. "Klinger! Was soll das jetzt?!", bellt Frank. "Ich bleibe so lange hier sitzen, bis ich mit dem Hubschrauber mitfliegen darf und nach Hause darf," erklärt Klinger, ohne Frank dabei anzuschauen. " Das kann ich ihnen nicht erlauben, und nun gehen sie hier weg!" verlangt Frank. "Klinger, hör mal, ich versteh dich ja, aber die müssen hier landen, wie müssen uns um die Verwundeten kümmern," sagt BJ. "Dann müssen sie mich hier wegtragen," verlangt Klinger. Während BJ und Hawk ihn unter den Armen packen und vom Landeplatz zerren, schnappt sich Frank den Koffer und will ihn wütend wegschleudern. doch das ist nicht so leicht, denn Klinger hat wohlweislich den Koffer mit Steinen gefüllt. Franks Wutschrei geht in einen Schmerzensschrei über, als er sich an den Rücken fasst. boshaft grinsend murmelt Klinger: "Streich 4.."


    Am nächsten Tag taucht Klinger im Büro auf. "Ich muss mich bei ihnen entschuldigen, Sir," sagt er, mit gesenktem Blick," ich war ziemlich fies zu ihnen." "Jaja, das kann man wohl sagen," sagt Frank, der sich ein zufriedenes grinsen nicht verkneifen kann. "Ich habe erst jetzt erkannt, was sie für ein toller Kerl sind," erklärt Klinger weiter. "Achja," sagt Frank mit geschwellter Brust. "Ja, Sir, sie sind ein echter Freund," sagt Klinger," wir müssen nach dem Krieg unbedingt in Kontakt bleiben. Und dann verlassen sie ihre Frau, und wir ziehen zusammen." "Ja, schön.." lächelt Frank:" äh, was?? Sind sie total bescheuert?? Ich zieh doch nicht mit ihnen zusammen!" Klinger blickt nach unten und gibt einen lauten Schluchzer von sich. " Nun, äh, nun heulen sie doch nicht," stottert Frank, und kichert albern.
    Klinger legt einen Filmreifen abgang hin und flüstert:" Streich 5.."


    Als am nächsten Morgen nicht nur ein neuer Tag heranbricht, kommt auch ein neuer Kommandeur ins Lager. Ein alter Haudegen, ein Kavallerist alter Schule, Sherman T. Potter.
    Frank, vorschriftsgemäss bekleidet, mit Helm auf dem Kopf und umgeschnallter Pistole, und eine breit grinsende Margaret neben sich, macht dem Colonel eine ebenso vorschriftsmässige Übergabe.
    Potter nickt anerkennend, als die Tür auffliegt, und Klinger in Badehosen, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen ins Büro watschelt.


    "Wer sind sie denn," verlangt Potter zu wissen, kann allerdings seinen erstaunten Blick nicht verbergen. Frank lässt ein leises Winseln ertönen, während Margaret empört ruft:" Klinger!"


    Klinger baut sich vor dem Schreibtisch auf, salutiert zackig, was wiederum einen erstaunten Blick bei Frank und Margaret hervorruft, und sagt:" Maxwell Q. Klinger, Sir! Ich bin der hiesige Abgesandte der Navy,Sir!" Potter nickt, und ein leises Lächeln liegt ihm im Gesicht:" Ahja, und seit wann sind sie das, Klinger?" "Seit letzter Nacht, Sir. Da erschien mir so ein Admiral im Traum, der sagte mir, dass er wisse, dass ich für Grösseres bestimmt bin. Er sagte, er wisse das ich der geborene Seemann bin, und deshalb gab er mir die Aufgabe, die Marine hier in dieser Einheit zu vertreten. Und hier bin ich, Sir!"


    Frank räuspert sich:" Colonel, dieser Mann ist total verrückt, Sir. Wenn sie die Berichte lesen wollen, die ich angefertigt habe." Er deutet auf den Stapel Papier auf dem Tisch. Potter nimmt ihn auf und blättert ihn durch:" Soso, hat sich vor 2 Vorgesetzten nackt ausgezogen, hat einen männlichen Vorgesetzten immer wieder als Mam tituliert, gab vor von Ausserirdischen abgeholt zu werden, trat auf dem Hubschrauberlandeplatz in Sitzstreik, machte seinem Vorgesetzten unmoralische Angebote.." Beim letzten Punkt konnte er sein Lächeln nun wirklich nicht mehr unterdrücken. "Und jetzt ist er also unser Kompanietaucher," Potter nickt Klinger anerkennend zu, der mit stolz geschwellter Brust zuhört.


    "Ja," sagt Frank," er ist eine Schande für diese Einheit, Sir. Er demoralisiert hier alle. Wir sollten ihn nach § 8 aus der Army entlassen, Sir." Klinger nickt eifrig und grinst von einem Ohr zum anderen.
    Potter denkt kurz nach, dann legt er Klinger die Hand auf die Schulter und sagt lachend:" Nein, mein Sohn, sie bleiben hier! Ich mag Herausforderungen."


    "Ich war so nah dran, so nah," sagt Klinger empört zu Radar. Der blickt Klinger nur kopfschüttelnd nach.

  • Herrlich!!!!



    Was ich mich beim Lesen der Geschichte fragte ist, warum Frank Klinger eigentlich nicht entlassen hat. Klinger muss dem ultramilitaerischem Burns doch ein Dorn im Auge gewesen sein und ein Dorn, den man nicht klein kriegt muss man doch am Besten entfernen. So waere "seine" Armee wieder sauber gewesen.

  • Eine wirklich lustige Geschichte :) Armer Klinger am Schluss, der nun doch wieder nicht nach Hause darf... :D

    You have to leave the city of your comfort and go into the wilderness of your intuition. What you’ll discover will be wonderful. What you’ll discover is yourself. (Alan Alda )