22. Türchen

  • Teil 1


    Teil 2


    Teil 3


    Teil 4




    Hawkeyes Blick schweifte zu seinem besten Freund.
    „Weihnachten in Kalifornien“, er schüttelte ungläubig den Kopf.
    „Weihnachten ohne Schnee und ohne Tannenbaum. Wie feiert ihr denn, BJ? Schmückt ihr die Palmen und malt die Kokosnüsse bunt an?“
    BJ grinste.
    „Na, so ähnlich“, entgegnete BJ und sah sich in der Runde um.
    „Irgendjemand daran interessiert, wie man Weihnachten ohne Schnee und Minusgrade feiert?“
    „Klar – wenn am Strand auch Mädels im Bikini vorkommen“, grinste Hawkeye.
    Radar schüttelte ungläubig den Kopf.
    „Also Weihnachten so ohne Schnee“, sagte er langgezogen.
    „Nicht der Schnee ist das wichtigste an Weihnachten mein Sohn“, sagte Potter freundschaftlich und legte dem jungen Kompanieschreiber die Hand auf die Schulter.
    „Aber ich gebe zu, dass auch ich neugierig bin, wie man Weihnachten am Strand feiert“, fuhr er fort und nickte BJ zu.
    „Na dann schiessen sie mal los BJ.“
    BJ grinste über beide Ohren.


    „Dann wollen wir mal sehen, ob ich euch in Sachen Weihnachten nicht doch noch was beibringen kann. Und nein“. Er wandte sich zu Hawkeye bevor er fortfuhr,
    „Palmen und Kokusnüsse spielen dabei keine grosse Rolle. Obwohl sie das vielleicht sollten, denn schliesslich ist das Klima in Kalifornien vielleicht dem in Bethlehem ähnlicher, als das in Maine oder Idaho.“
    Er blickte zu Father Mulcahy, der ihm diese Aussage mild lächelnd bestätigte.


    „Ich will nicht von den vergangenen Weihnachten reden, ich will euch erzählen, wie wir dieses Jahr Weihnachten gefeiert hätten, wenn ich denn zu Hause wäre. Die letzen Jahre waren wir Weihnachten immer bei Pegs Eltern eigeladen, während wir Thanksgiving mit meinen Eltern gefeiert hatten. Aber da wir nun Erin hatten wurde es an der Zeit an eine eigene Tradition zu entwickeln.


    Schon letztes Jahr, als Peg noch mit Erin schwanger war schmiedeten wir auf der Heimfahrt von Weihnachten bei ihren Eltern Pläne für das erste Weihnachten mit unserem Baby in unserem Haus. Peg wollte am liebsten schon sofort damit anfangen Strohsterne zu basteln. Sie hatte das als Kind immer zusammen mit ihrer Mutter gemacht. Ausserdem wollte sie noch Sterne aus Siberpapier basteln, die sie bei einer Nachbarin hängen hatte sehen und die uns so gut gefielen. Vor allem aber mussten viele rote Kugeln am Baum hängen. Und die Kerzen mussten weiss sein.


    Nach Thanksgiving wollte sie dann damit anfangen Plätzchen zu backen.“
    BJ grinste und schaute zu Hawkeye, der mit den Augen rollte.
    „Leider kann Peg nicht besonders gut backen.“
    Hawkeye bestätigte das kopfnickend.
    „Ich hab mir an einem ihrer Vanillkipferl fast einen Zahn ausgebissen.“
    BJ schaute grinsend in die Runde.
    „Peg hatte mir im letzten Paket eine Dose Plätzchen geschickt und da ich mich nicht traute sie zu essen, habe ich erst Mal Hawkeye testen lassen.“
    Potter und Radar brachen in lautes Lachen aus während Hawkeye seinen Freund scherzhaft versuchte an die Gurgel zu gehen. Als sich alle wieder beruhigt hatten fuhr BJ fort.


    „Aber das waren ja nur die Vorbereitungen. Eigentlich feiert man in Kalifornien sicher auch nicht anders als irgendwo anders in den Staaten. Nur dass es eben ein bisschen wärmer ist und wir nicht in einenPelzmantel eingepackt vor die Tür gehen müssen. Am 24ten Stellen wir eine Tanne als Christbaum auf und wenn Erin im Bett gewesen wäre, hätten Peg und ich den Baum geschmückt. Am nächsten morgen dann wären wir dann von Pegs kleinem Bruder Ralph mit lautem Pochen an der Tür geweckt worden und er hätte als Santa Claus verkleidet die Geschenke gebracht. Erin wäre natürlich noch viel zu klein für Santa und Geschenke, aber Ralph hatte schon seit er von Erin erfahren hatte darauf bestanden den Weihnachtsmann zu spielen.


    Peg hätte Kaffee und heisse Schokolade gemacht und dann hätten wir unter dem Weihnachtsbaum gefrühstückt und in aller Ruhe die Geschenke aufgemacht. Am Abend hätten wir einen Babysitter engagiert und ich hätte Peg in ein tolles Restaurant ausgeführt und wir wären vielleicht noch am Strand spazieren gegangen. Am Tag nach Weihnachten hätten wir dann Pegs und meine Eltern zum Mittagessen eingeladen.“


    BJ seufzte.
    „Nun wird Peg mit Erin zu ihren Eltern fahren damit sie nicht ganz allein ist und ich bin hier.“
    Klinger schaute BJ warmherzig aus seinen brauen, grossen Augen an.
    „Und sie sind auch nicht allein, Captain. Erin und ihre Frau können wir ihnen zwar nicht ersetzen, aber wir werden wenigstens versuchen ihnen ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren, auch wenn sie hier sicher einen Pelzmantel brauchen werden.“
    Radar und Potter nickten und Hawkeye legte seinem Freund die Hand auf die Schulter.
    „Und nächstes Jahr könnt ihr sicherlich dann alles nachholen“, versuchte er BJ aufzumuntern.


    BJ schob Hawkeyes Hand unwirsch von seiner Schulter.
    „Nein! Genau das geht eben nicht“; entgegnete er wütend.
    „Ich werde die Tage und Wochen, die verdammten Monate und vielleicht noch Jahre, die ich hier bin nie aufholen können! Jeden Tag entdeckt Erin so viel Neues und kann so viel Neues und ich bin nicht da, um es mit ihr zu erleben. Die Zeit hier ist einfach verloren. Scheisse!“
    BJ schaute wütend in Richtung der Tür um niemandem in die Augen sehen zu müssen.
    „Beej“, begann Hawkeye, doch der Mann aus Kalifornien fuhr ihm über den Mund.
    „Ach halt die Klappe Hawk, du hast doch keine Ahnung..“
    „Halt“, rief Potter laut und mit fester Stimme.
    Er sprang auf und zog BJ zur Seite.
    „Sagen sie nichts, was sie danach bereuen werden. Ich weiss, wie sie sich fühlen, denn ich habe mehr Weihnachten an der Front und weg von der Familie verbracht als sie alle zusammen. Hawkeye ist ihr bester Freund und sie brauchen ihn, genauso, wie er sie braucht.Gerade jetzt.“
    BJ nickte.


    Potter schaute in die Runde.
    „Niemandem hier fällt es leicht an Weihnachten von der Familie getrennt zu sein. Radar nicht, mir nicht, ganz sicher Klinger nicht, Hawkeye hat nur seinen Vater und sie BJ haben ihre kleine Tochter, die noch nie zuvor Weihnachten gefeiert hat. Aber wir sitzen hier alle im gleichen Boot, wenn ich das mal so sagen darf, Father“, er nickte Mulcahy zu.
    „Und wir müssen aufeinander aufpassen. Und ich will nicht hören, dass es der eine schwerer hat als der andere, denn das bringt nichts. Lasst uns das beste daraus machen und es wird auch ein unvergessliches Weihnachten werden, von dem wir sicher einmal unseren Kindern und Kindeskindern erzählen werden.“
    Er schaute in die Runde.
    „Und das ist ein Befehl.“


  • Ahhhhh..... herrlich! Dankeschön!
    BJs Gefühlasausbruch ist schön geschrieben, wenn auch traurig. Aber es ist so treffend.
    Und Potter ist einfach klasse. Er hat immer die passenden Worte!


    Naja, so irre warm ist es in San Francisco, wo BJ herkommt ja auch nicht, aber zumindest schneefrei. (Berlin übrigens z.Zt. auch noch).

  • Schöööööne Geschichte.
    Da wünscht man sich gleich an einen Ort der wärmer und vor allem trockener ist.
    Wir schwimmen hier im Süden (bayrisch- schwaben) gleich weg.
    Ich Glaub dieses Jahr kommt das Christkind mit Schlauchboot und Taucheranzug. :D :D

    Life’s a journey. You need friends to enjoy the ride. Celebrating the greatest joy of all – Friendship.

  • Jeder wie er es verdient. :)
    Die Bauern haben schliesslich auch gejammert was für einen trockenen November wir gehabt haben. Jetzt haben wir genügend Wasser. :(

    Life’s a journey. You need friends to enjoy the ride. Celebrating the greatest joy of all – Friendship.

    Edited once, last by DANIELA ().

  • eine schöne Fortsetzung major :)

    You have to leave the city of your comfort and go into the wilderness of your intuition. What you’ll discover will be wonderful. What you’ll discover is yourself. (Alan Alda )