4e deur / 4. Tür

  • Seit Tagen sah die Belegschaft des M*A*S*H 4077 ihren Priester durch die Gebüsche schleichen und wunderte sich schwer. Was wollte der gute Mann dort? Hatte er was verloren?


    Des Rätsels Lösung meinten sie näher gekommen zu sein, als gesichtet wurde wie Father Mulcahy Ästen und Stöckchen in sein Zelt trug. Es war nun mal bitterlich kalt in Korea anno 1952. Bestimmt heizte er damit seinen Kachel......


    Bei den Gedanke an Feuer ùnd natürlich um den sanftmütigen Father einen Freude zu machen, nahm den Großteil der Campbewohner vor zum nächsten Messe zu gehen. Nah auf einander sitzen brachte ja nun mal auch kuschelige Wärme.


    An den Donnerstagmorgen war das Messezelt gut gefüllt und pünktlich, wie immer, kam Father Mulcahy nach vorn gelaufen mit in seine Armen einen Eimer voller .... Stöckchen?
    Alle schauten sich gegenseitig mit grossen Augen an.


    Die erstaunte Blicken folgten den Father, als er noch drei mal nach hinten lief und jedesmal mit ein gefüllte Eimer zurück kam. Dann endlich stellte er sich hinter sein Podest und fing die Messe an.


    Da er merkte, dass sein Publikum unruhig war, hielt er den offiziellen Teil kurz und kam letztendlich zu seinem Vorhaben.


    "Liebe Freunden, heute ist es der 4. Dezember, der Tag des heiligen Barbaras, Schutzpatronin der Bergleute, Baumeister und Artilleristen.


    Barbara war die christliche Tochter eines heidnischen Vaters, der sie, aus Zorn über ihren neuen Glauben, im Jahre 306 enthauptete.


    An ihren Gedenktag schneidet man, so will es ein hübscher, alter Brauch, im Garten Zweige mit Blütenknospen ab, zum Beispiel von Kirschbäumen, Forsythien, Flieder oder Birken.
    Werden die Zweige zunächst zehn Stunden in handwarmes Wasser und später in ein Gefäss gestellt, sollen sie zu Weihnachten blühen. Das bedeutet dann Glück in das folgenden Jahr.


    Es gibt Gegenden wo sogar jedes Familienmitglied seinen eigenen Zweig bekommt, um sein ganz persönliches Glück abzulesen. Und junge Mädchen achten schon bei schneiden genau darauf, daß ihr Zweig auch viele Blütenknospen trägt. Denn je üppiger der Barbarazweig blüht, desto eher werden sie heiraten.


    So wie wir hier leben, sind wir eine Familie und Glück können wir wirklich gebrauchen. Mit Kirschbäumen und andere Gewächse kann ich nicht dienen, aber die einheimische Sträucher haben auch schönen Blüten, wie wir schon zwei mal erleben mussten.


    Jeder der mag, soll sich einen Zweig aussuchen und wer weiss... Vielleicht bringt die Schutzpatronin uns Glück und ihren Schutzbefohlenen, die Artilleristen, endlich nach Hause. Greift zu!"

  • Ja, der 4. Dezember war in Korea 1952 ein Donnerstag und ja, obwohl es noch bis Juli dauerte, am Barbaratag 1953 waren die meisten (leider nicht allen ) zu Hause.

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    Disclaimer: MASH 4077 und alle darin enthaltene Charaktere gehören FOX. Die Geschichte, die hier über sie veröffentlicht ist, gehört mir und darf ohne meine Erlaubnis, auch nicht in Auszüge, vervielfältigt oder verkauft werden.

  • Sehr schön!


    Ich habe auch schon seit Jahren Barbarazweige - meistens haben sie geblüht, und wie ihr hier ja fast alle wisst: sie haben mir in der Tat Glück gebracht ^^

  • Tolle Geschichte! Und sogar den Wochentag hast du recherchiert!
    Da meine Mutter Barbara heißt, haben wir immer mal Zweige gehabt. Geblüht haben sie nie, aber grüne Blätter hatten sie zu Weihnachten.