Zurück zur 42 - Stunden - Woche?

  • Nachdem der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber die Arbeitszeitverlängerung für den Öffentlichen Dienst in seinem Land noch für dieses Jahr will, wird nun die 42-Stunden-Woche wieder bundesweit diskutiert. Die Gewerkschaften, allen voran Ver.di, kündigen schärfsten Widerstand an, die Arbeitgeber warnen vor Radikalisierung und bauen auf Opferbereitschaft der Bürger für notwendige Reformen. Muss wieder länger gearbeitet werden, um Deutschland konkurrenzfähig zu halten? Sind die notwendigen Reformen nur so zu realisieren? Oder sind die Vorhaben nur ein weitere Anschlag auf den Sozialstaat?

  • Weißt Du, ich bin im öffentlichen Dienst und wir hier in NRW haben schon seit Januar die 41-Stunden-Woche. Solange dafür keine Mitarbeiter entlassen werden, werden auch keine Gelder eingespart. Insofern geht die Rechnung nicht auf, es sei denn ...
    Da erging vor zwei Wochen ein Schreiben an uns, daß wir, wenn wir möchten, unsere Wochenarbeitszeit wieder auf 38 1/2 Stunden verkürzen könnten, natürlich mit den entsprechenden Gehaltseinbußen. Auf die Frage, ob man eine solche Entscheidung später rückgängig machen kann, hieß es: Nur unter speziellen triftigen Gründen. Man legt sich mit seiner Gehaltskürzung also fest.
    Eine Gehaltskürzung von Staatsseite her wäre nicht zulässig gewesen, aber wenn man doch freiwillig dazu bereit ist ...
    Klar, wie der Hase läuft?

  • Ausbeuterei... mehr sage ich dazu nicht....
    Ich nehme einfach mal an, dass es im "normalen" Dienst nicht anders ist, wie im öffentlichen Dienst.
    Was bringt uns denn dann die 42 Stunden-Woche? Was birngt sie für die Wirtschaft? Was soll damit erreicht werden?
    Wenn die Leute jetzt sagen, nein, wir arbeiten jetzt weiterhin 42 Stunden, damit wir unser Geld behalten, dann werden keine weiteren Arbeitsplätze geschaffen werden können. Im Gegenteil. In kleinen Betrieben würde dann vielleicht eher noch die Streichung von Stellen anstehen.
    Wenn die Leute jetzt sagen: Meine Freizeit ist mir wichtiger, sch*** auf das Geld, dann werden vielleicht ein paar Arbeitslose verschwinden.
    Doch auch das bezweifele ich irgendwie sehr stark, da die Kaufkraft der Bürger durch das fehlende Geld nachlassen würde, und die Unternehmen dann vielleicht einbußen verzeichnen müssten, und sich keine neuen Arbeiter leisten könnten.....


    Wie man es macht, so macht mans verkehrt.....

  • Jahaa: Nix Geld in Tasche, nix kaufen - nix kaufen, nix florierende Wirtschaft.
    Alles ein bischen kurzsichtig gedacht, oder? Okay, wir haben nicht den Weitblick und bevor man motzt, muß man es selber erst mal besser können.
    Aber trotzdem, oder?

  • Klar, Du hast recht.
    Aber ich würde dennoch zu gerne wissen, was es bringen sollte, mit dieser 42 Stunden Woche! Wie haben die sich das genau vorgestellt? Was wurde geplant und welche Ziele sollten genau erreicht werden?


    Gudula
    -diesichzusehranihrenVWLUnterrichterinnert-*gggg*

  • Quote

    Original von Gudula.
    Aber ich würde dennoch zu gerne wissen, was es bringen sollte, mit dieser 42 Stunden Woche! Wie haben die sich das genau vorgestellt? Was wurde geplant und welche Ziele sollten genau erreicht werden?


    Längere Arbeitszeit (für das gleiche Geld?) -> Entlassungen -> Einsparungen für die Unternehmen (bzw. im Fall öffentlicher Dienst für den Staat).
    Desweiteren schnelleres Gestreßt-Sein der Arbeiter, daraus folgt ein früherer Tod, und daraus wiederum weniger Ausgaben für Sozialleistungen.


    Alles in allem nützt es wenigen und schadet vielen. Habe ich nun die Demokratie falsch verstanden oder ist das aus demokratischer Sicht eigentlich unhaltbar?


    Mit revolutionären Grüßen ;)


    Semsemnamm

  • Was bringt eine 42 Stunden Woche? Mal abgesehen von Arbeitslosenzahlen und was ihr vorher schon gesagt habt. In manchen Jobs bringt sich eine 42 Stunde Woche doch gar nicht. Ich hab ne 40 Stunden Woche und in den ersten 2 Wochen eines Monats langweilie ich mich fast zu Tode, eben weil da nichts zu tun ist. Ich könnte da jeden Tag um 14 Uhr (spätestens) heimgehen. Wie schaut das dann bei einer 42 Stunden Woche aus? Oh man, die ganzen Politiker sollten mal für ne Weile ihr Gedächtnis verlieren und "normal" arbeiten und dann erst wieder Politiker werden... Vielleicht checkt dann mal jemand von den hohen Herrn und Damen wie das Leben wirklich läuft...


    lg
    Blacky

    „Die Hoffnung ist eine Anleihe auf das Glück.“ (Joseph Joubert)

    Edited once, last by Blacky ().

  • Die erhöhte Arbeitszeit sichert aber zumindest die Stellen, die es schon gibt, da damit die Arbeitskraft insgesamt günstiger wird.



    Ich persönlich finde, dass wir teilweise schon ein echt faules Volk geworden sind.
    Alle wollen immer weniger arbeiten, aber im gegenzug immer mehr Geld bekommen.


    Ist doch kein Wunder, dass die ganzen Arbeitgeber ins Ausland abwandern.


    Zurück zur 45 Stunden-Woche.


    Amen!


  • *charlierechtgeb* so ist es. Die Deutschen sind wirklich faul geworden...und jammern gerne (soll jetzt auf niemanden hier im Forum bezogen sein!)


    Aber bleiben wir mal bei 42...

    "Das ist die umfangreichste Arbeit meines Lebens. Aber ich gehe abends mit einem Lächeln ins Bett. Und das hat nichts damit zu tun, dass da meine Frau liegt." (Stefan Kuntz)

  • Natürlich gibt es bestimmt viele Deutsche, die faul sind, und auch einige, die nicht schätzen, dass sie einen Job haben.
    Aber im Gegenzug dazu gibt es auch die jenigen, die sich richtig in ihren Job reinknien, und nur nen Arschtritt dafür bekommen.


    Wie soll man bitteschön anständig arbeiten, Spaß an der Arbeit haben (was meiner Meinung nach sehr wichtig für die Resultate ist) wenn man kein bisschen motiviert wird?
    Man sieht, wie die hohen Tiere Geld für neue Firmenfahrzeuge rausschmeißen jeden Mittag auf Firmenkosten teuer essen gehen, und man selbst bekommt das 13. Gehalt gestrichen.
    Ja, klar! Und dann noch ein paar Stunden pro Woche mehr arbeiten, für das gleiche Geld, damit sich die Bosse mittags noch mehr in den Magen schieben können.


    Hallo, Gerechtigkeit? Wo bist Du???


    Gut, ich will nicht sagen, dass es überall so läuft. Aber ich kenne etliche Beispiele dafür.
    Dennoch beklagen sich die Firmen, dass es ihnen so schlecht geht. Zum Teufel, dann sollen sie doch mal schauen, woran das liegt?
    Bestimmt nicht an den Arbeitern, die sich den Rücken krum schuften, damit sie ein bisschen was im Kühlschrank haben.


    Gudula
    - die jetzt erstmal bis 10 zählen muss-

  • Ja klar die Arbeit haben arbeiten noch länger, damit werden erst recht keine Arbeitsplätze geschaffen !!!!!!!!!
    Der Herr Stoiber und auch die Frau Merkel und Herr Merz haben einen an der Waffel, selber nie mitbekommen wie die Welt ist, aber gross herum labern...
    Viva d. W.
    Ich wähl PDS !!!!!!!

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Quote

    Original von Gudula
    Du wählst PDS?
    Wie wollen die denn an das Problem drangehen?


    Frag ich mich auch...wollen die zwei Abgeordneten die anderen bestechen? *lol*

    "Das ist die umfangreichste Arbeit meines Lebens. Aber ich gehe abends mit einem Lächeln ins Bett. Und das hat nichts damit zu tun, dass da meine Frau liegt." (Stefan Kuntz)

  • Quote

    Original von Charlie
    Die erhöhte Arbeitszeit sichert aber zumindest die Stellen, die es schon gibt, da damit die Arbeitskraft insgesamt günstiger wird.


    Das glaube ich nicht. Wenn alle mehr arbeiten, ist zuviel Arbeitskraft da, die nicht mehr gebraucht wird. Folge: Entlassungen.


    Quote

    Ich persönlich finde, dass wir teilweise schon ein echt faules Volk geworden sind.
    Alle wollen immer weniger arbeiten, aber im gegenzug immer mehr Geld bekommen.


    Hier das Wort "alle" zu schreiben, ist eine dreiste Lüge - und fern jeder Realität. Viele wollen arbeiten, können aber nicht, weil sie absolut keine Arbeit finden. Ein Kumpel von mir wird dieses Jahr 22 - und hat bis jetzt noch keine Ausbildung anfangen können. Sicher gibt es einige schwarze Schafe, die wirklich nicht arbeiten wollen, aber ich glaube, sie sind noch lange nicht in der Überzahl. Und diverse Talkshow-Teilnehmer zählen nicht, weil die bewußt ausgesucht sind.


    Quote

    Ist doch kein Wunder, dass die ganzen Arbeitgeber ins Ausland abwandern.


    Das hat aber nichts damit zu tun, daß wir ein faules Volk sind, sondern nur damit, daß sie im Ausland weniger Lohn zahlen müssen. Die ausländischen Arbeiter können auch für weniger Geld arbeiten, weil ihre Lebenshaltungskosten niedriger sind. Bei uns aber unmachbar, es sei denn, die Lebenshaltungskosten werden auch gesenkt.


    Quote

    Zurück zur 45 Stunden-Woche.


    Vorwärts zur 30-Stunden-Woche. Andere Länder haben schon lange zumindest die 35-Stunden-Woche eingeführt, und die stehen auch nicht schlechter da als Deutschland. Eher im Gegenteil. Und nur, weil ein Konzernboß, dessen Taschen schon vor Geld platzen, sich noch mehr Kohle in selbige stopfen will, werde ich mich nicht totschuften. Vor allem, weil die Rechnung auch nicht aufgeht: Denn wenn wir nur noch 30 Stunden arbeiten, werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Werden neue Arbeitsplätze geschaffen, haben mehr Leute mehr Geld zur Verfügung, was wiederum in die Wirtschaft fließt, was dieser wieder Aufschwung gibt.


    Quote

    Amen!


    Viva la Revolution!


    Semsemnamm

  • Quote

    Original von Charlie
    [...]
    Zurück zur 45 Stunden-Woche.


    Amen!


    In meinem Vertrag steht, ich habe 40 Stunden zu arbeiten.
    Ein bestimmter Passus sagt, ich muß 2,5 Stunden die Woche länger arbeiten, wenn es Not tut, das tut es schon seit jahren.


    Auf Anfrage: Bei 2 Stunden zusätzlich wird die Arbeitszeit angepasst, der Passus bleibt aber bestehen.


    OK, ich freue mich auf die 44,5 Stunden-Woche.


    Muß ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, denen gegenüber, denen das zuwenig ist?


    Aber na ja. Ich bin eh ein faules Schwein, bin ja ein Arbeiter.


    BCAW

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Geh in den Schuppen und schnitz was.

  • Natürlich musst Du da ein schlechtes Gewissen haben. Was denkst Du denn!!!
    An und für sich müsstest Du doch eigentlich 24 Stunden am Tag arbeiten, das Büro gar nicht mehr verlassen und sowas wie Privatleben müsste für jeden richtigen Arbeitnehmer ein Fremdwort sein!
    Natürlich musst Du dann auch noch damit rechnen, dass Dir Dein Gehalt gekürzt wird, denn schließlich hast Du ja auch nichtmehr so hohe Ausgaben, wenn Du länger im Büro hockst.


    Ist doch normal, oder?

  • Quote

    Original von Gudula
    Ist doch normal, oder?


    Gudu, du solltest in die Politik gehn *lol* deine Idee gefällt denen bestimmt...


    Nee, im Ernst, ich hab meine "Faulheitsaussage" auf ne Umfrage bezogen, bei der 35 oder 40 % angegeben haben, dass sie nicht bereit ären, mehr zu arbeiten, wenn das der Konjunktur helfe bzw. sie damit ihre Arbeitsplätze sichern würden. Ich wollte hier keine Verallgemeinerung anstellen...und wenn sich davon jemand betroffen fühlt: SORRY!

    "Das ist die umfangreichste Arbeit meines Lebens. Aber ich gehe abends mit einem Lächeln ins Bett. Und das hat nichts damit zu tun, dass da meine Frau liegt." (Stefan Kuntz)

  • Ich geh jetzt mal von meinem Betrieb aus..


    Klar Arbeit haben wir genug wir würden auch die 2 Stunden mehr pro Woche nicht untätig rumsitzen.


    ABER da die Vollzeitkräfte ja jetzt mehr Zeit haben, können sie ja locker die Arbeit der Halbzeitkräte mitmachen (so denkt mein Chef) und es ist, falls die 42 Stunden Woche kommt, schon vorgesehen die Halbtagsstelle zu streichen.


    Gratuliere..
    ich arbeite länger, verdiene deswegen nicht mehr Geld, (also geb ich auch nicht mehr aus), nur mein Boss hat eine Stelle gespart, und die Kollegin die nur halbtags arbeitet weil sie kleine Kinder hat und alleinerziehend ist sitzt auf der Straße.


    Na da sind wir doch alle glücklich.

  • Quote

    Original von Gudula
    Du wählst PDS?
    Wie wollen die denn an das Problem drangehen?


    Sicher mehr Geld drucken können die auch nicht, aber die stellen sie wenigstens gegen den Sozialabbau und gegen solche däml. Pläne die Arbeitslosigkeit durch erhöhung der Stundenzahl abzuschaffen, was dadurch passiert sehe ich ja an meinem Bruder der ist im Staatsdienst (die mit den grün-weissen Autos mit den blauen Blinker auf dem Dach) und die haben dort 42 Stundenwoche eingeführt (ja, ja der Herr Koch) und was ist nun... die haben am manchen Tagen nicht mal genug Streifenwagen und arbieten zwar daurch mehr aber insgesamt nicht effektiver. (Jetzt mal von Schreibkrams evt. abgesehen)


    Aber noch mal zur PDS, es ist für mich die einzige Alternative, weil Nichtwählen bringt ja auch nichts, für Barrikadenkämpfe bin ich etwas aus der Form und ich würd´mir lieber ins Knie f... als NPD oder sowas zu wählen (weil wenn die an die Regierung kommen, hätten wir zu alllem Überfluss noch den Bush als Militäradminstror hier...)



    EDIT:
    Obwohl eine andere Alternative wäre noch die APPD, aber von denen hab´ich lang´nichts mehr gehört...

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

    Edited once, last by Gudula ().