Verblödet man in der Schule?

  • Einer meiner Geschäftsfreunde hat diese Woche einen Praktikanten von der Schule bekommen. Der junge Mann war pünktlich, höflich und alles was man so erwartet.


    Allerdings gab es Situationen, die meinen Freund an unserem Schulsystem stark zweifeln liesen.
    So beauftragte er ihn z.B., er möge die Grundfläche eines Verkaufsraumes vermessen, er gab ihm einen Meterstab und harrte der Dinge, die da kamen. Die breite des Ladens wurde mit 5 Metern festgesetz. Der Raum war in Wahrheit 10 Meter breit. Dass ein Meterstab ungeachtet des Namens 2 Meter lang ist war offenbar nicht Teil des Lehrplans, nach Aufklärung des Sachverhaltes ging es an die Länge des Ladens. 6 Meter ergab die Messung, dass es in Wahrheit 12 sind stieß Anfangs wiederum auf Unglauben seitens des Schülers, aber innerhalb von 5 Minuten kann man viel vergessen, auch dass ein Meterstab 2 Meter lang ist. Aber jetzt wurde es wirklich schwierig, der Raum war 10 Meter breit und 12 Meter lang, also wieviele Quadratmeter? Die Aufgabe war unlösbar...


    Mir und meinem Freund drängte sich nun die Frage auf, was den Kindern in der Schule eigentlich beigebracht wird, wenn sie nichteinmal die einfachsten Dinge können? Man stelle sich vor der junge Mann bezieht später mal eine Wohnung und will sich einen Teppich kaufen? Vermutlich muss er einen Spezialisten für das berechnen der Wohnzimmergrundfläche engagieren.


    Eine Freundin musste vor einigen Jahren sogar noch DOS Befehle in der Berufschule lernen, obwohl Windows 98 schon längst überall eingesetzt wurde. Das mag zwar in einem Beruf der Computerbranche noch verständlich sein, aber doch nicht als Konditorei Fachverkäuferin.


    Als ich Informatik Unterricht hatte war DOS noch weit verbreitet, irgendein Witzbold tippte Spasseshalber "Alle Dateien gelöscht" in die Befehlszeile und rief den Lehrer. Dieser bekam fast einen Herzanfall vor lauter Schreck, weil er glaubte, was er las, wie gesagt ein Lehrer der vorgibt sich mit Informatik auszukennen und womöglich noch einen speziellen Kurs dafür belegte.


    Wie seht Ihr das, hatte Seneca recht, als er sagte "Non vitae, sed scholae discimus" (Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir)


    Meine Schulzeit liegt nun schon viele Jahre zurück, ich kann aber den Spruch nur bestätigen (mein erster Chef vermutlcih auch, als ich meine Ausbildung bei ihm machte ;o)


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
    Sein, Wissen und Glückseligkeit

    Yoga Weisheit

  • Ich denke auch, dass unsere Schulbildung kaum noch was wert ist. Ich erinnere mich noch gut an die 1. Klasse.....fast das ganze Jahr nur rumgemalt. Malen mußte ich schon im Kindergarten zu genüge. Ich habe mich gefreut, endlich schreiben und lesen zu lernen und was war? Nur rumgemalt und "gespielt". *kotz* Und schon hing die Schule mir damals schon zum Hals raus. Für so eine gequirlte Kacke morgens aufstehen.
    Aber auch wenn ich meine chinesischen Komolitonen sehe.....Mathe rechnen die wie nix im Kopf und wir haben teilweise Probleme mit dem Taschenrechner. Das kann doch irgendwie nicht sein, oder?

    Ich tauche endlos durch das Meer, den Illuminaten hinterher, ich rette die Welt aus ihrer Not in einem goldenen Unterseeboot, nur ein Computer ist bei mir, er rechnet den Weltkrieg Nr. 4.

  • Naja, ich denke das Beispiel mit der ersten Klasse passt hier nicht ganz rein, da es für die meisten Kinder wichtig ist, auf diese Weise noch gefördert zu werden. Ausserdem wird dort auch nicht "einfach nur so" gemalt, sondern auch mit einer bestimmten Richtung.... quasi vorbereitung.


    Ob man in der Schule verdummt? Wenn man es selbst zulässt, ja!
    Und das ist, so denke ich, bei den meisten Schülern der Fall.
    Die Lehrer bekommen das mit, haben keinen Spaß mehr an ihrem Job, und dass bekommen wiederum die SChüler mit, welche sich dann denken, das der Lehrer nicht genügend mühe gibt.... und sie so ja auch nichts lernen können (also ist es ja auch gerechtfertigt wenn wir nichts lernen :rolleyes:)
    Und so schließt sich der Kreis.
    Klar, es geht nicht nur um die Methode, wie das Wissen weitervermittelt werden sollte (und wird) sondern was weitervermittelt wird.
    Die dinge, die man lernt, so denke ich, kann man schon in irgendeiner art und weise wieder andwenden (zumindest besteht die möglichkeit dass...) Manche sachen könnte man hingegen auch ebenso aus dem Lehrplan streichen.

  • Also erstmal würde mich interessieren, von welcher Schule dieser Praktikant kam? Flächenberechnung hatte mein Junior schon letztes Jahr (in der 3. Klasse Volksschule) intus.
    Was die allgemeine Verblödung angeht, muss ich Gudu zustimmen. Wenn man's zulässt, verblödet man da ganz leicht. Jetzt mal abgesehen vom Religionsunterricht, wo den Kindern teilweise Dinge als Tatsachen verkauft werden, dass es einem die Haare aufstellt. Wie oft hab ich mich in den letzten Jahren schon hingesetzt und versucht, meinem Junior klarzumachen, dass er mit den Dingen, die er da hört, kritisch umgehen muss. Natürlich darf man dann nicht so weit gehen, und die Lehrer in ein schlechtes Licht stellen, denn es gibt auch durchaus noch welche, die ihre Sache sehr gut machen und die auch mal über den Lehrplan hinaus unterrichten.


    Da fällt mir gerade noch was ein:
    Im Herbst diesen Jahres am ersten Schultag stand plötzlich anstelle der bisherhigen Lehrerin meines Sohnes ein neuer Lehrer in der Klasse und erklärte, er würde die Klasse von jetzt an übernehmen, weil die bisherige Lehrerin in eine andere Schule versetzt wurde. Naja, was soll man machen, dachte ich - wird schon schiefgehen.. Als er dann aber angefangen hat, den Kindern teilweise grammatikalisch falsche englische Sätze zuzuwerfen, war mir nur noch schlecht. (In unseren Volksschulen lernen die Kinder vom Klassenlehrer englisch, da gibts in den meisten Fällen keine eigenen Englisch-Lehrer.) Was macht man in so einem Fall? Den Lehrer drauf aufmerksam, dass er mal nen neuen Kurs besuchen sollte? Zum Glück wurde uns am nächsten Tag mitgeteilt, dass unsere alte Klassenlehrerin doch wieder zurückkommt.. :rolleyes:


    Wenn die Lehrer Dinge unterrichten, von denen sie selbst keine Ahnung haben, dann ist das schon heftig. Und dann kann man sich auch vorstellen, dass die Schüler systematisch verblödet werden.


    Aber wenn ein Kind kritisch ist (und das ist eine Erziehungsfrage), dann wird es im Laufe der Jahre selbst draufkommen, was von dem Gelernten zu halten ist und sich selbst um seine Bildung kümmern.



    EDIT: Der Seneca sagte das aber andersrum.. ;)

    Sie gehören zur Army, Frank. Wenn ich Sie anritze, bluten Sie wahrscheinlich kakifarben.
    (Henry Blake)

    Edited 2 times, last by Conny ().

  • Ich hoffe nicht, dass Schule dumm macht. Sonst wär ich vor einem Jahr auf dem Tiefstand meiner Gescheitheit. (Ok wenn man manchmal meine Beiträge liest 8o)
    Ich denke schon, dass in dem meißten Schulen richtig gelehrt wird. Aber das Schulsystem?
    Mal ein Beispiel:
    Ein Schüler ist durchgefallen. Trifft er einen Mann, der ihn fragt, woran es denn gelegen hat. Latein oder?
    Nein, sagte der Schüler. In Latein wär er ganz gut nur Mathe könnte er gar nicht. Naja dann hast du ja ein leichtes Jahr vor dir, weil du nur noch Mathe lernen musst. Nene, ich muss die anderen Fächer schon auch noch lernen. Ich muss jetzt so lange Latein, Englich, Deutsch.... lernen, bis ich Mathe richtig kann

  • Conny hat da auch, vielelicht mehr unbewusst, einen Punkt angesprochen, der es den Schülern auch sehr schwer macht.
    Das wecheln der Lehrer.


    Jeder Lehrer hat seine eigene Methode den Schülern etwas beizubringen. Jede Methode unterscheidet sich in gewisser weise von der anderen.
    Wenn die Schüler, besonders die jüngeren dann andauern mit Lehrerwecheln konfrontiert werden, dann fällt es ihnen immer schwerer und schwerer etwas zu lernen.
    erstens, gerade wegen diesen Beibringmethoden der Lehrer und auch müssen die Schüler mit dem Lehrer warm werden. Wenn dies nicht passiert, dann ist eh hopfen und Malz verloren

  • @ Conny
    Der Schüler kam soweit ich weis von der Hauptschule.
    Was den Satz des Seneca betrifft, soll er Ihn genau so gesagt haben (nicht für das Leben, für die Schule lernen wir) und er wollte damit das römische Schulsystem kritisieren. Der Satz wurde dann aber umgedreht, damit man ihn auch in der Schule verwenden kann. Soweit mein Kenntnisstand, kann aber genausogut andersrum gewesen sein, ich war nicht dabei ;o)


    Mit dem Lehrstoff kritisch umgehen ist eine zwiespältige Angelegenheit. Ich denke da an meine eigenen Erfahrungen in unserem Schulsystem. Die Lehrer unterrichteten den Stoff schon seit Jahren, wenn man da irgendeine vermeintliche Unstimmigkeit feststellte wurde seitens des Lehrers fast beleidigt reagiert, man solle nächstes Mal besser aufpassen und das stimmt alles so, wie es gelehrt wurde. Irgendwann machte es dann keinen Spass mehr, etwas zu hinterfragen und man glaubte so ziemlich alles. Sogar dass man später im Leben einmal Mathematik benötigt (mal abgesehen von den Grundrechenarten)


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  • @Gudu:
    Ja, ein Lehrerwechsel kann für ein Kind ganz schön schwierig sein, vor allem wenn sich die Lehrmethoden stark unterscheiden. Ich denke auch, dass das Lehrer-Schüler-Verhältnis (zumindest in der Grundschule) extrem wichtig ist, denn das entscheidet sehr oft drüber, ob ein Kind gern in die Schule geht oder eben nicht..


    @Oberscht:
    Oh, wieder was gelernt. Aber wie rum Seneca es auch immer gesagt hat, es steht zumindest fest, wie er's gemeint hat.
    Tja, Mathematik...
    Hat irgendjemand von Euch jemals im täglichen Leben die Differentialrechnung oder die Integralrechnung gebraucht? Ich bisher (zum Glück) noch nicht. Glaub auch nicht, dass ich die noch hinkriegen würde. :rolleyes:
    Widersprochen hab ich meinen Lehrern prinzipiell nie - war ja klar, dass das nur Schwierigkeiten bringt. (Der Weg des geringsten Widerstandes ;)) Aber man kann ja auch brav nicken und sich seinen Teil denken...

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  • ich habe meinen Lehrern wiedersprochen. Sogar die wildesten Diskussionen mit ihnen vom Zaun gebrochen.
    Ganz extrem war es bei meinem Mathelehrer in der Realschule. (Auch ein gutes Beispiel für die wichtigkeit des SChüler-Lehrer-Verhältnisses)
    Ich weiß noch... mein erste Mathestunde, 5. Klasse....


    Der Lehrer geht die Namensliste durch
    "Rautenbach" wer ist das? Aufstehen!!
    Ich stand auf, bereits total eingeschüchtert von seinem Ton.
    "Bist Du die Schwester von Gustav und Till"
    ich: "ja, bin ich!"
    sein einziger Kommetar darauf: "Oh Gott!"
    Das nächste halbe Jahr verlief dann so, dass er mich aufgrund meines Namens nie drannahm. Darum schloss ich in Mathe im ersten halbjahr miserabel ab, obwohl es, im Gegensatz zu Englisch ein Fach war, das mir eigentlich sehr viel spaß machte.
    Darauf hin ging ich in der Pause zu meinem Lehrer hin, und sagte ihm, dass er entlich aufhören solle, mich mit meinen Brüdern zu vergleichen. Ich habe zwar den gleichen Nachnamen, habe aber ansonsten nicht viel mit ihnen gemein.
    Ich machte ihm klar, dass es unfair sei, mir keine Chance zu geben, mein Können zu beweisen. Doch auf diese Art und Weise hatte er auch meinen Kampfgeist geweckt.
    Ebenso hätt ich dabei bleiben können und sagen können "was solls!" aber das hab ich nicht. ich hab mich richtig ins zeug gelegt. Er merkte plötzlich, als er begann mich ab und an mal dran zu nehmen, dass ich in dem bereich einiges auf dem Kasten hatte, und wurde dann quasi zu seiner besten Schülerin. Als ich dann in der 10. Klasse war, vermittelte er mir sogar Nachhilfe schülerinnen, und als ich aus der SChule raus war trafen wir uns immernoch ab und an, um einfach ein bisschen zu quatschen und nen Kaffee dabei zu trinken.
    Manchmal, in den Pausen, diskutieren wir die ganze Zeit wegen irgendwelchen Lösungswegen von Rechenaufgaben, weil ich meist andere Wege hatte wie er.
    Einmal gab er mir in einer Arbeit eine 6 weil ich komplett andere Lösungswege nutze, wie die, die er uns beigebracht hatte. Nach Schulschluss ging ich zu ihm hin und erklärte ihm bei jeder Aufgabe, wie ich zu dem Ziel gekommen sie, und was ich mir bei dem Lösungsweg gedacht hatte. Das resultat: er änderte meine Note von 6 auf 2.....


    öhmm... auch wenn ich jetzt ein wenig abgeschweift bin... soviel erstmal zu meinen Erfahungen...


    Was ich noch hinzufügen möchte:
    Schüler, die gut mit den Lehrern klar kommen, und zwar so gut, dass sie ihnen auch mal Paroli bieten können (und es auch machen) haben meißt die Missgunst der anderen Schüler sicher.... Und das ist auch eine sehr entscheidende sache, finde ich

  • Quote

    Hat irgendjemand von Euch jemals im täglichen Leben die Differentialrechnung oder die Integralrechnung gebraucht?


    Solche Dinge sind überaus wichtig, wenn man Mathematiklehrer werden will ;o)


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  • Alsoooooooooooooooo ! Zur Flächenberechnung.,...
    Das ist ansich nix schweres ...hatten wir vor zig jahren sc hon mal. aber weißt du was das schlimme ist ? Das Schulfächer wie Mathe immer reallitätsfremder werden ! Ich selbst weiß manchmal nicht was ich da mit x ausrechne....
    warte, ich such mal ein paar themen :stammfunktion ,ableitungen von x (1,2,3,)exponential und logarithmusfunktionen..das sind so unnötige dinge, die nie ein mensch braucht ! Das beste war ja, Ich bin in der 12 mit ner 4 + durchgekommen und war heilfroh diese blöde rumrechnerei (ich wußte nicht mal was ich da brechne !!!) vorbei war, sagt meine LEhrerin " So und den stoff könnt ihr jetzt eh vergessen, das bruacht ihr in der 13. eh nicht mehr. " Danke für diese Höllenqualen...Ich könnte mich so darüber aufregen, dass wir nichts "alltägliches"lernen, Zinsrechnung zb wird gar nicht durchgenommen.Was bringt mir das, wenn ich statistisch irgendwas berechnen kann, zb die Lottozahlen. Mir doch egal wie die statistisch sind, die kommen eh anders als man denkt. Das interessiert nicht mal meine oma ! In den meisten einstellungstests kommen mathe aufgaben dran wo wir da sitzen 8o , weil wir das ewig nicht gemacht haben und da sitzen und überlegenwie das ging. Das 2 Manko ist natürlich das zumindest meine Generation eine totale Taschenrechner generation ist.
    Meine Freundin ,die wirklich ein Mathe ass ist, nimmt manchmal für 9+8 einen taschenrechner, um sicher zu gehen ! Und wieder sitzt man in einstellungstests da ohne TR ..... "öhm ja, wie geht das.."
    Wie gesagt, mich regt das auf das der mathe unterricht ottal an der realität vorbei geht.
    Schwach ist es dennoch das der Kerl diese Grundfläche nicht mal richtig vermessen konnte....



    Ich glaube aber, es liegt in diesen Schulsystemen soviel im argen, dass man eine grundsanierung bräuchte...
    Was ich auch ganz schrecklich finde, es fehlt an lehrern. Eigentlich ja nicht ,weil es stehen genug arbeitslose Lehrer auf der Straße, nur werden die nicht eingestellt !
    In einer nachbarschule unterrichten sich die schüler selbst, weil es keinen biolehrer an der Schule gibt ! Sie brauchen aber biostunden, sonst bekommen sie keine zulassung für eine höhere schule ! Das ist doch Wahnsinn !! Dann sind viele Lehrer nur stundenweise an Schulen und müssen hin und her fahren um zu unterrichten. Kein wunder also das den Lehrern die Lust am unterrichten vergeht.
    Ich finde, hier spart der Staat an der falschen Stelle ! Bildung ist doch quasi die Zukunft. Aber der nächste Pisa schocker kommt bestimmt

    Wer anderen eine Grube grubt, sich selber in die Hosen pupt.
    -neue Galeriebilder-

    Edited once, last by summisu ().

  • Quote

    In den meisten einstellungstests kommen mathe aufgaben dran wo wir da sitzen , weil wir das ewig nicht gemacht haben und da sitzen und überlegenwie das ging.


    So erging es dem oben beschriebenen Praktikanten, er hat das mit Sicherheit irgendwann gelernt, aber mit lauter xy Gleichungen, Wurzeln und sonstiger geistiger Onanie stand er da und wusste gar nichts mehr.
    Mein Freund sagte auch noch "Glaubst Du im Ernst, dass ich so einem eine Lehrstelle geben würde?" Das mit der Flächenberechnung war ja nicht das einzige.


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  • Ich bin der Meinung , das Lernen eine Erziehungssache ist.
    Wenn es vom Elternhaus nicht vermittelt wird , können auch die Lehrer es nicht ändern.


    Das erinnert mich an eine Reportage letztes im TV.
    Da ging es über Schulschwänzer in grösseren Städten.
    Dort wurden Kinder von der Polizei oder von Ordungsamt abgeholt, um diese zur Schule zu bringen.
    Es waren in der Regel Hauptschüler oder Gesamtschüler wie man das wohl heute nennt.
    Der Junge der dort abgeholt wurde ,war mal eben 10-12 Jahre alt und die Eltern hatten keine Macht ihn zum Unterricht zu bewegen.
    " Der will nicht , was soll ich machen ???"
    Das gibt es doch gar nicht, hab ich mir gedacht.
    Doch als ich die anderen Kommentare von Eltern hörte , wollte ich am liebsten umschalten.


    Ich danke heute noch meinen Eltern , das diese eine verhältnismässig strenge Erziehungsansicht hatten.

    schönen Gruss


    OBI



    Personalführung ist die Kunst,den Mitarbeiter so schnell über den
    Tisch zu ziehen, dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet
    .

    Edited once, last by Obi ().

  • Quote

    Original von DerEiserneOberscht


    Solche Dinge sind überaus wichtig, wenn man Mathematiklehrer werden will ;o)


    Oh, weit gefehlt, sie sind auch für andere Dinge verdammt wichtig. Ohne Mathematik läuft überhaupt gar nichts. Differential- und Integralrechnung findet seine Anwendung z.B. beim Automobilbau, sowieso in vielen Bereichen der Technik und Physik (die Beschleunigung ist z.B. die erste Ableitung der Geschwindigkeit). Weitere Beispiele: Populationsberechnung irgendwelcher biologischer Kulturen (z.B. Bakterien), dasselbe Prinzip wird beim Kapitalzuwachs (Aktien) verwendet (auch wenn ich gegen jegliche Form des Aktienhandels bin, aber das ist ein anderes Thema).


    Quote

    Original von summisu
    Ich könnte mich so darüber aufregen, dass wir nichts "alltägliches"lernen, Zinsrechnung zb wird gar nicht durchgenommen.


    Na, das stimmt so aber nicht. Zinsrechnung (und überhaupt Prozentrechnung) ist in der 7. Klasse dran.


    Ansonsten kann ich Obi nur zustimmen. Was vom Elternhaus nicht vermittelt wird, vermittelt die Schule erst recht nicht. Und natürlich ist Lernen eine Erziehungssache.


    MfG Semsemnamm

  • Als Mathe - Student kann ich auch sagen, dass Mathe wichtiger ist wie manche denken. Aber wir machen es schon automatisch und merken gar nicht wan man Mathe überall anwendet.
    Und mein Opa hat immer gesagt:
    Junge lern gescheit rechnen, sonst bescheißen dich die Leute wo sie nur können"

  • OFF TOPIC


    Quote

    Original von Semsemnamm
    Ansonsten kann ich Obi nur zustimmen. Was vom Elternhaus nicht vermittelt wird, vermittelt die Schule erst recht nicht. Und natürlich ist Lernen eine Erziehungssache.


    Angesichts der bisherigen Diskussionen muss ich mir diesen Spruch jetzt mal einrahmen.Danke !!


    :D :D :D :D

    schönen Gruss


    OBI



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    Tisch zu ziehen, dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet
    .

  • Ihr werdet es glauben oder nicht, ich habe bisher noch nicht sehr viel Mathematik benötigt. Mal abgesehen von Flächenberechnung, Verkaufspreiskalkulation, Prozentrechnung (Mehrwertsteuer) und die gute alte Gewinn und Verlustrechnung. Wie schnell mein Auto ist verrät die Tachonadel, und es ist mir auch relativ wurst, wie sich Bakterien vermehren, ich mach lieber sauber, anstatt auszurechnen, in wieviel Wochen sich ein Bakterieller Schleim vom Kühlschrank aus bis ins Schlafzimmer ausgebreitet hat. Und dass man Aktienkurse und Lottogewinne vorherberechnen kann halte ich für ein Gerücht ;o)


    Meiner Erfahrung nach ist immer der am erfolgreichsten, der sich unvorhersehbar verhält.


    An die Mathematiker:
    Mir ist durchaus klar, dass ohne Mathematik vieles technische nicht möglich wäre und in vielen Berufen diese Lehren durchaus wichtig sind, doch für den Normalbürger wird es da in den Schulen meiner Meinung nach ein wenig übertrieben. Vielleicht liegt es auch daran, dass zuwenige Praxisnahe Beispiele gebracht werden, ich erinner mich da an folgende Aufgabe:
    Ein Bauer hat Hasen und Gänse. Die Tiere haben insgesamt 30 Köpfe und 60 Beine. Wieviele Gänse und wieviele Hasen hat der Bauer? Tut mir leid, aber wer beim zählen allein der Köpfe die Antwort nicht kennt, dem sollte ein Betreuer an die Seite gestellt werden, weltfremder geht es kaum, und dieses Beispiel war eines derer, die sehr Realitätsnah waren ;o)


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
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    Yoga Weisheit

  • Was mir so aufgefallen ist, die Kiddies von heute kennen kaum noch die Bundesländer geschweige denn die Hauptstädte oder die wichtigsten Hauptstädte der welt, okay, die Hauptstadt der Mongolei muss mensch ja nicht unbedingt kennen (Ulan Bator), aber das Paris nicht die Hauptstadt Grossbritanniens ist sollte einem doch schon geläufig sein.
    Ich mein´ im TV sieht mensch das ja mal öfters, wenn z.B. Passanten die Länder Europas benennen müssen (so was gib´s ja z.B. bei Raab oder diversen anderen Sendungen ist vielleicht nicht repräsentativ, aber...).
    Also ich hatte in der OS (5/6 Klasse) noch einen Lehrer der wert drauf legte.
    Ganz schlimm finde ich sieht es ja auch beim Thema Kopfrechenen aus, okay, irgendwann geht´s dann los mit Taschenrechnern und in der Sek II wirds dann ja ganz wirr, ich habe nie verstanden warum ich einen "Limes gegen unendlich" berechnen muss... (Okay, wer Mathe studieren will oder beruflich was in diese Richtung machen will). Das einzige was mich da wirklich interessierte war die Stochastik, weil das hielt ich für Alltagsäquivalent.
    Selbst an der Uni wird mensch ja zum "Fachidioten" ausgebildet.
    Was mir hilft um nicht völlig zu verblöden ist, dass ich gerne Kreuzworträtsel löse (auch wenn das zugegeben meistens ja auch Wiederholung ist.


    Aber manchmal schüttel ich nur mit dem Kopf, also ich spiele öfters mal Stadt-Land-Fluss online bei RTL (bei GZSZ - peinlich,peinlich, aber da sind eigentlich auch immer Ältere), z.B. beim Buchstaben "J" schrieb ich bei Stadt "Jever", da maulte so´n Kiddie (Alter weiss ich leider nicht), dass das keine Stadt sei, sondern nur ein Bier... (dafür reichts dann noch... - okay ein Grücht, dass "Hansa" eine Stadt ist..., obwohl die grösste deutsche Stadt ist ja "Abfahrt" kommste von jeder Autobahn hin... ;) :D )


    Was das mit den Lehrern angeht, die machen ja nicht die Lehrpläne nach denen vorgegangen werden muss.

    Man kann die eigene Situation erst wirklich klären und die Ängste auflösen, wenn man sie fühlen kann, nicht aber in Diskussionen darüber. Erst dann hebt sich der Schleier, ...auf der langen Reise, die man angetreten hat.
    Alice Miller

  • Natürlich lernt man fürs Leben und nicht für die Schule, aber mach das mal den Schülern von heute klar, selbst als ich noch in die Schule gegangen bin, ist uns das nicht klar gewesen und wir haben, wahrscheinlich wie jeder Schüler auf dieser Welt, die Schule nicht unbedingt gemocht. Aber gelernt haben wir trotzdem.
    Darum frage ich mich auch warum die Jugend von heute so "blöd" ist und das ist sie tatsächlich, siehr zB. das Beispiel ganz am Anfang hier, oder frag mal einen 15jährigen auf der Straße wie der Bundespräsident heißt... du wirst keine Antwort bekommen.
    Die Schule will einem was beibringen, wer nicht will hat Pech und man sollte nicht alles auf Lehrer schieben oder auf veraltete Unterichtsinhalte, denn auch wenn man es nicht glaubt, viele dieser "veralteten" Lehrinhalte sind vom Grundgerüst immer noch aktuell und dabei viel leichter zu lernen.


    Und wir sollten auch nicht alles der Schule überlassen, Eltern sollten sich auch mal daheim hinsetzen und mit Ihren Kindern lernen, bzw. überprüfen ob und was gelernt wird.

    "Siehst du die Gräber da unten im Tal?"
    "Das sind die Gräber der Raucher von Reval."
    "Siehst du da unten die Gräber daneben?"
    "Das sind die Nichtraucher die auch nicht mehr leben" - Dirty Harry

  • In der Schule sollte man auch das Lernen erlernen. Und wer die allgemeine Hochschulereife erwirbt sollte nunmal auch über breite Kenntnisse verfügen, auch wenn er diese vielleicht nie wieder braucht. Man kann den Lehrplan ja schlecht individuell für jeden Schüler zusammenstellen, nur weil der eine vielleicht studieren und der andere nicht studieren will. Und wer an einer allgemeinen Bildung nicht interessiert ist, sollte dies seinen Eltern (oder sich) klarmachen, und kein Gymnasium oder höhere Schule besuchen. Und mal ehrlich, das zusätzliche Wissen hat wohl den wenigsten geschadet.