Verbrauchte Zeit?

  • Ich bin erst 27, keine 97, trotzdem hab ich ziemlich interessiert neulich was gesehen über einen der größten deutschen Schauspieler, nämlich über Hans Albers.
    Gestern war ich bei einer Freundin mit ner anderen Freundin zusammen Tapete abmachen (die zieht um, war DAS eine Scheißtapete: NIE mehr so Gipszeug, wir haben bald 5 Stunden nur für 1 Zimmer gebraucht!) Und die beiden haben sich über ein Lied unterhalten, das grad in den aktuellen Charts ist, das ich aber kaum kenne und das mir nichts bedeutet, stattdessen höre ich lieber ABBA, Queen, sogar Johnny Cash.
    In der Glotze finde ich kaum noch was gescheites neues: Big Brother und Superstar geht mir am A... vorbei, stattdessen gucke ich samstags Kampfstern Galactica und warte sehnsüchtig auf den nächsten Durchlauf von M.A.S.H. und Mission: Impossible.


    Und ich frage mich, warum mir die aktuellen Sachen ziemlich egal sind und ich stattdessen auf das alte Zeugs abfahre.


    Habe nur ich den Eindruck oder leben wir tatsächlich in einem irgendwie.... verbrauchten, abgestandenen Jahrzehnt?
    Mein Eindruck: Keine gute innovative Musik mehr, keine echten Stars und Idole mehr, nur Pseudostars aus der Castingretorte, geschminkte Teenies, die nur ungeschickt herumhampeln können. Keine Bedeutungen mehr, keine politischen Ideen und Gedanken. Keine Anarchie mehr, nurnoch Markenwahn und Anpassungsdruck und geschmacksgesäuberte TV-Aufgüsse aus der untersten Schublade.

    Take my love.
    Take my land.
    Take me where I cannot stand.
    I don't care, I'm still free
    You can't take the sky from me

  • Quote

    Original von Leonard_McCoy
    ...und warte sehnsüchtig auf den nächsten Durchlauf von M.A.S.H. und Mission: Impossible.



    Es gibt tatsächlich noch nen 2. Mission Impossible-fan???? Halleluja... ich bin nicht allein ;)


    Aber zum Thema:


    Quote


    Habe nur ich den Eindruck oder leben wir tatsächlich in einem irgendwie.... verbrauchten, abgestandenen Jahrzehnt?
    Mein Eindruck: Keine gute innovative Musik mehr, keine echten Stars und Idole mehr, nur Pseudostars aus der Castingretorte, geschminkte Teenies, die nur ungeschickt herumhampeln können. Keine Bedeutungen mehr, keine politischen Ideen und Gedanken. Keine Anarchie mehr, nurnoch Markenwahn und Anpassungsdruck und geschmacksgesäuberte TV-Aufgüsse aus der untersten Schublade.


    Genau diesen Eindruck hab ich auch von diesem Jahrzehnt...zum Glück dauerts nur noch fünfeinhalb Jahre...OMG WIR WERDEN ALLE STERBEN...
    Aber ich vermute, der Grund, dass die, von dir genannten Dinge immer weiter um sich greifen, ist schlicht und ergreifend die Lange Weile und eine Art allgemeine "Unlust" (ein anderes Wort fällt mir dafür net ein...). Derzeit gehts bei mir zwar wieder einigermaßen, aber bis vor kurzem hatte ich einfach zu absolut garnichts lust, mir war stinklangweilig und ich hatte einfach keine neuen Ideen mehr....und wenn solche Zustände länger anhalten wird man vllt so wie du es beschrieben hast, denn das ist alles schön einfach, man muss echt nichts denken...man kann sich berieseln lassen und man muss sich an nichts neues gewöhnen.....

  • Hm,also das zu der Musik: Ich finde das nicht weiter verwunderlich.Irgendwann ist es nunmal vorbei,irgendwann hatte man jede Melodie usw mal durch oder dran und es kann nichts wirklich Neues mehr geben.


    Zum TV: Es ist natürlich geschmackssache,aber ich finde,dass es sehr wohl einiges ansprechendes gibt.


    Natürlich sind auch da die meisten Handlungsstreifen schon mal vorher irgendwie da gewesen und man bekommt es neu verpackt.
    Solang es mich trotzdem interessieren kann,finde ich das auch nicht schlimm.


    Ist doch Ok,wenn du lieber alte Musik hörst als neue,du pickst dir einfach das heraus,was dir gefällt.
    Ich will aber auch nur mal anmerken,das viele Texte aus Oldies nun auch nicht gerade die Erleuchter waren.


    Aber es stimmt,dass sich heutzutage viel weniger junge Leute mit Politik auseinander setzen,so kommt mir das jedenfalls vor,aber über die vergangenen Jahre nach dem Krieg wirklich etwas zu erfahren ist nicht leicht,man hat nicht gelebt und in der Schule wird einem nichts darüber berichtet.

    It's like a dream you try to remember
    But it's gone
    It's just overkill


    ...



  • Ich denke, es ist vieles anders, als es früher war. Ganz allgemein.
    Das klingt jetzt altklug, aber ich denke, was Leonard oben geschrieben hat, haben meine Eltern über meine Generation gesagt, ich über die nächste und so weiter.
    Jede Generation hat Ihre Wertvorstellungen und Vorbilder, ihre Skandale und ihre Musik, und auch ihre Politik und Lebenseinstellung.
    Auch ich kann mit vielem der jetzigen jungen Generation (so bis 20) nicht mehr viel anfagen (ok, Ausnahmen gibt es immer), aber muss es deshalb falsch sein ? Klar kann ich mich stundenlang auch mit Jüngeren unterhalten und diskutieren (ich habe sowohl im Beruf als auch privat eher mit jüngeren als mit älteren zu tun), aber so manches bleibt mir verschlossen und ist nicht nachvollziehbar.
    Ich mag kein Hip-Hop und Trance und Dancefloor und Techno und wie es heisst. Ich mag deutsche Schlager und Country und Beatles, Simon & Garfunkel und Bee Gees. Bin ich deshalb besser ? Oder besser gesagt auf dem richtigeren Weg ?
    Ich picke mir aus dem Fernsehprogramm das raus, was für mich interessant ist, und ich bin wählerischer als früher. Vielleicht hat man deshalb den Eindruck das sei alles nicht mehr ok.
    Ich liebe Star Trek classic, meine Mutter hat sich an "Raumpatrolie Orion" erfreut und versteht Star Trek nicht mehr und ich habe meine Probleme mit neueren Serien.
    Ich versuche die Generationenunterschiede so zu aktzetieren wie es ist, nur bei zwei Dingen bin ich der Meinung, daß "die Welt" heute auf dem falschen Trip ist: allgemeines Desinteresse an Politik und das Sinken der Allgemeinbildung.
    Vielleicht meint ihr, daß ich vom Thema abschweife, aber ich denke, daß es genau der Unterschied zwischen den Generationen ist, der die jeweils Älteren manchmal so fassungslos vor dem Leben und der Welt der Jüngeren stehen lässt.
    Ich bin 41 und mich würde interessieren, wie das jemand älteres sieht.
    Liege ich so falsch ?

    .
    Wenn ich nur darf wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich nicht wenn ich muss.
    Wenn ich aber darf wenn ich will, dann mag ich auch wenn ich soll und kann auch wenn ich muss.
    Fazit: Die können sollen, müssen wollen dürfen.

  • Ich glaub soo sehr ändert sich das alles gar nicht. Genauso schrecklich wie für die Eltern heutzutage vielleicht Sendungen wie Big Brother oder irgendwelche Hip Hop Bands sind waren früher vielleicht Die Beatles, Queen und so für die damaligen Eltern. Dass jetzt zumindest in meinen Augen Beatles und Queen einfach super Musik machten und man es nicht mit dem teilweise heutigem gepläre zu Vergleichen ist ist wieder was ganz anderes. Es ist Geschmackssache. Wir müssen einfach noch 20 Jahre um zu sehen was sich aus der jetztigen Zeit durchgesetzt hat. Denn eins is immer noch so. Nur das wirklich Gute überlebt auch über Jahrzehnte

  • Quote

    Original von Tuttle
    Ich bin 41 und mich würde interessieren, wie das jemand älteres sieht.
    Liege ich so falsch ?



    Bin schon da*gg*, und nein , Du liegst nicht falsch.
    Ich glaub, ich bin die älteste, aktive Userin hier, und will also auch mal meinen Senf dazu geben:
    Ich glaub, dieses Gefühl des "abgestandenen Jahrzehnts" kommt z.T.daher, dass man sich für vieles heute nicht mehr so einsetzen muss.
    Wir waren damals erst mit 21 volljährig; Handys und PCs gab's nicht; im TV gab's kaum Auswahl. Heute wird man damit überflutet. Man muss, wie Tuttle schon sagte, wählerischer sein. Und sich das heraussuchen, was einen interessiert und wofür man sich engagiert. Ich habe z.B. erst in meinem hohen Alter*g* PC und Internet entdeckt und bin noch immer fasziniert und lerne ständig dazu. Für viele von den "Jungen" ist das selbstverständlich und was alltägliches.
    Versteht mich bitte nicht falsch: Aber jede Zeit hatte und hat ihre guten und schlechten Zeiten. Man muss aber selber was tun, dann findet man auch das Positive.

    Through early morning fog I see visions of the world to be...



  • Du hast das schön ausgedrückt, Doris.


    Wir hatten hier vor einiger Zeit schon mal eine Diskussion darüber, ob "es" früher" besser oder schlechter war.
    Und kamen zu dem "Ergebnis", daß der Spruch "früher war alles besser" nie aussterben wird, weil jede Generation ihn benutzt.
    Es wird nie irgendwas besser oder schlechter, nur anders und je älter man selbst wird, desto mehr ändert sich auch der Blickwinkel, aus dem man das Leben betrachtet.


    Eins ist allerdings wirklich heute anders und zwar der Überfluß an Technik. Wir sind in dieser Hinsicht sehr reizüberflutet und Neues versetzt uns nicht so schnell in Begeisterung wie wenn es weniger davon gäbe.
    Auch überholen sich die Neuheiten gegenseitig im Galopp und was heute ein Hit ist, ist morgen schon überholt (wie war das noch mit dem PC, der in dem Moment veraltet ist, wo man die Verpackung öffnet :D).
    Das alles führt natürlich zu einer gewissen Abstumpfung, weil man selber merkt, daß man einfach nicht mehr mitkommt.
    Also wendet man sich wieder "alten" Dingen zu, die so schön beständig sind.


    Ein bischen was ist sicher dran, daß dieses Zeitalter irgendwie "gesättigt" ist.
    Jetzt wäre vielleicht der Zeitpunkt, sich menschlich weiterzuentwickeln? Hm, sieht schlecht aus, oder?

  • Hi Leute, dann will ich als der vermutlich 2. älteste User auch mal meinen Senf dazu geben. Ich bin mittlerweile der Meinung, daß man immer die Zeit als die beste empfindet, die einen selber geprägt hat als man jung war. Ein junger Mensch lernt noch schneller und vorurteilsfreier als ein älterer der schon die neuen Eindrücke überprüft und Standpunkte oder Vorschriften hinterfragt.Als Kind wächst man mit Dingen wie Computer ect. auf und erfährt diese Dinge als etwas völlig normales. Für uns war es der Plattenspieler. Ich wuchs als Kind auf mit nur drei Fernsehprogrammen in schwarz-weiß. Das war völlig normal. Aber ich finde, daß man aus jede Zeit eine gute Zeit machen kann indem man aktiv am Leben teilnimmt und Spaß hat. Es ist eine Sache des Blickwinkels ob man die null Bock Leute sieht oder die Optimistischen Spaß-Leute. Beide hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Wir müssen uns für eine Seite entscheiden.

    Wir sind die Leute, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben!

    Edited once, last by Thomas ().

  • Sicher, jede Generation hat so ihr "früher war alles besser"-Geheule.
    Ich würde ja auch nicht jammern, wenn mir nicht was aufgefallen wäre an den heutigen Kids. Ich frage mich, was mit den Teenies zur Zeit los ist, die wirken so abgestumpft und gelangweilt.


    Das Handwerk jammert auch, weils kaum noch gescheite Lehrlinge gibt.

    Take my love.
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    You can't take the sky from me

  • Mumin
    Danke für deine Stellungnahme um die ich "gebettelt" hatte. :)


    @Leonard
    Ich fahre jedes Jahr als Betreuer bei einer Kinderfreizeit (Alter 8-14 Jahre) mit, und stelle fest, daß die Interessen durchaus ähnlich zu denen in z.B. meiner Kindheit sind.
    Fakt ist aber, daß man sie für alles erst mal motivieren muss. D.h., daß sie sich kaum noch selbst beschäftigen können. Vor 10 Jahren haben wir die gleichen Freizeiten gemacht und mußten uns sagen lassen, daß zu wenig freie Zeit und zuviel Programm da sei. Heute ist es umgekehrt. Schon eine Stunde Leerlauf zwischen zwei Programmpunkten können sie nicht mehr selbst füllen. Trotz (in unserem Falle) Aufenthalt im Wald mit Lagerfeuer, ausreichend vorhandenen Tisch- und Bewegungsspielen usw.
    Man muss ihnen alles vorsetzen, denn so lernen sie es das ganze Jahr. Wenig Eigeninitiative und viel Konsum.
    Ich will ja die heutige Jugend nicht schlecht machen, denn sie wissen es nicht besser. Und haben es offensichtlich auch nicht anders gelernt. Ich finde es jedenfalls erschreckend, wenn mir ein 12-jähriges Kind sagt, daß es noch nie ein lebendes Schwein oder Huhn gesehen hat, oder Studien, die in der letzten Zeit kursieren, aussagen, daß ein Großteil der heutigen Kinder meint, daß Kühe Lila sind und sie nicht mehr wissen wie man eine Banane schält.
    Klingt jetzt vielleicht großspurig, aber da ist auch viel die Erziehung, die sie von Ihren Eltern und der Schule bekommen, dran "schuld".
    Und da würde ich mich Sumpfhuhn anschließen und die Weiterentwicklung im menschlichen Bereich reklamieren wollen.

    .
    Wenn ich nur darf wenn ich soll, aber nie kann wenn ich will, dann mag ich nicht wenn ich muss.
    Wenn ich aber darf wenn ich will, dann mag ich auch wenn ich soll und kann auch wenn ich muss.
    Fazit: Die können sollen, müssen wollen dürfen.

  • Tja Leute, willkommen im 21. Jhd ! Ich finde einfach, die Zeiten ändern sich von Jahr zu Jahr, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ! In diesen Zeiten ändern sich die Menschen (schau dir die menschen und ihre einstellungen von 1950 und von heute an !), die Mode, die Musik, die FIlme, das Aussehen der Welt verändert sich ! So ist das aber nun mal. Wir stehen alle nicht still. Und diese alten Zeiten versucht man oft zu kopieren ,was oft misslingt...
    Genieß einfach die Zeit in der du jetzt lebst und mach das beste draus.

    Wer anderen eine Grube grubt, sich selber in die Hosen pupt.
    -neue Galeriebilder-

  • Sorry, aber über ne Zeit, wo die Teenies verlernen, selbständig zu denken und sich von alten talentlosen Säcken irgendwelche Pseudo"vorbilder" casten und vorknallen lassen, mache ich mir ganz einfach Sorgen!

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    Take me where I cannot stand.
    I don't care, I'm still free
    You can't take the sky from me

  • Aber man darf der Jugend nicht allein die Schuld geben.
    Denn es ist ja auch keiner da der ihnen was anderes vorsetzt oder sagt dass es das nicht sein kann....

  • Wir haben damals im Englisch LK einen Text von Huxley bekommen aus den späten Vierzigern oder den 50zigern,das weiß ich nicht mehr so genau.
    Darin schrieb er,dass er sich Sorgen um die Jugend mache,die sich um nichts mehr kümmere,kein politisches Engagement zeige und theoretisch sehr leicht zu kontrollieren und manipulieren sei,da sie sich nur dafür interessierten,dass es ihnen in ihrer kleinen persönlichen Welt gut ginge und solang dies sichergestellt sei,mit allem anderen einverstanden seien.
    Er verglich sie mit dem Dodo,der,weil er sie nicht brauchte,seine Flügel verlor.
    Und die Jugend von damals laufe Gefahr ihre Freiheit und ihr freies Denken aufzugeben,weil soviele andere Dinge ablenken könnten,Unterhaltung usw.

    It's like a dream you try to remember
    But it's gone
    It's just overkill


    ...



  • Es gibt auch in der heutigen Generation engagierte und aktive Menschen, die sich in Sachen Allgemeinbildung hinter den älteren Generationen nicht verstecken brauchen.

  • Waren die Teenies früher nicht auch so ?
    Gut ,da hatten die Leute vielleicht talent, zu denen man hochschaute. Aber deshlab mein satz, die Zeiten ändern sich eben !

    Wer anderen eine Grube grubt, sich selber in die Hosen pupt.
    -neue Galeriebilder-

  • Früher war alles besser, weil man sich von früher nur an die schönen und interessanten Dinge erinnert. Das ist bei der Musik im TV und auch allem anderen so.



    Deutsches Fernsehn ist seit mindestens zwei Jahren nur noch für die Katz. Das einzig gute sind Wiederholungen oder Fortsetzungen von Serien, die man irgendwann mal abgesetzt hatte und im Ursprungsland auch schon längst nicht mehr neu sind.

    Für Frodo ^^ Kiss me! I'm Scottish. TREES Der Rum ist unser!! --- Der, der ohne Sünde ist, werfe den ersten Zwerg!
    not@home

  • Quote

    Original von KIARAs RADAR
    Früher war alles besser, weil man sich von früher nur an die schönen und interessanten Dinge erinnert. Das ist bei der Musik im TV und auch allem anderen so.


    Das unterschreib ich mal genau so


    Hab ich sowas ähnliches hier nicht auch schon mal irgendwo gesagt ??