Lebt ihr in der Gegenwart?

  • Es gehört zu den alltäglichen Täuschungen, die Stunden der Vergangenheit und Zukunft reizender z u finden als die Gegenwart.


    (Heinrich Zschokke)


    Anläßlich einer Thematik in einer Serie im Fernsehen, habe ich mal wieder diesen Spruch herausgekramt. Er stimmt mich immer leicht nachdenklich, denn ich tendiere auch manchmal dazu, mich in den Träumen der Zukunft oder Vergangenheit zu verlieren, und dabei zu vergessen, wie schön doch die Gegenwart ist, bzw. sein kann, bzw. ich sie gestalten könnte....


    Geht es Euch manchmal auch so?


    bin gespannt ...:)

  • Ist der Ideale Zustand, nur im Hier und Jetzt zu leben, leider gelingt mir das nicht immer, meist bin ich im "Dann und Wann".


    Im Grunde wärs ganz einfach, aber wie das Zitat schon sagt erliegt man einfach den alltäglichen Täuschungen.


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
    Sein, Wissen und Glückseligkeit

    Yoga Weisheit

  • Tja, im hier und jetzt zu leben, also den Augenblick genießen, ist neben dem Loslassen eine der Zutaten für ein glückliches Leben.
    Leider ist das manchmal leichter gesagt als getan, aber es ist ja schonmal was, wenn man sich hin und wieder dran erinnert. :)


    Unser Leben besteht ja eigentlich nur aus der Gegenwart. Die Vergangenheit gibt's nicht mehr und die Zukunft gibt's noch nicht. wenn wir also in einem von beiden leben, leben wir streng genommen gar nicht.


    Eine Konsequenz daraus ist ja auch, dass man eigentlich keine Ziele haben sollte, weil man dann stur auf das eine Ziel losrennt und die anderen Möglichkeit, die links und recht auf dem Weg liegen, nicht mehr mitkriegt.
    Irgendjemand hat das mal mit einem Fluss verglichen, auf dem man dahintreibt. Das Leben geht voran (auch ohne Ziele) und man nimmt sich einfach mit, was am Ufer vorbeizieht und was man möchte. Alles andere lässt man einfach vorbeitreiben.

    Sie gehören zur Army, Frank. Wenn ich Sie anritze, bluten Sie wahrscheinlich kakifarben.
    (Henry Blake)

  • Ein interessantes Zitat und eine sehr interessante Fragestellung.
    Ich glaube es ist garnicht möglich in der Gegenwart zu leben, den unser Leben ist eine Aneinanderreihung von Augenblicken, in dem moment wo wir das Jetzt bewundern ist es schon Vergangenheit. Ich glaube das wichtigste ist diese besonderen Augenblicke zu erkennen und zu genießen.
    Ich glaub der Buchtitel eines meiner Lieblingsbücher trifft es da recht gut; "Was mich fertig macht ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen."
    Es ist nicht gut nur in der Vergangenheit zu schwälgen, oder sich nur Gedanken über die Zukunft zu machen, aber beides bestimmt unsere Gegenwart. Die Vergangenheit hat uns an "diesen" Punkt Gebracht, und die Zukunft ist der Weg für den wir uns Entscheiden. Die Zeitspanne dazwischen ist entschwindend gering, und man muss aufpassen, das sie einem nicht durch die Finger rinnt.
    Ich glaube Heideggers Definition des Menschen bringt es da gut zusammen: "Sich voraus sein zu, als sein bei sich innerweltlich ergebenden Möglichkeiten." (Ich weiss jetzt gerad nicht ob da nicht vielleicht ein Komma fehlt *löl* is lang her)


    :)

  • Im Grunde ist es so wie beim Autofahren, da denkt man auch nicht die ganze Zeit "in 3 Kilometern muss ich links abbiegen" sondern man sieht halt einen kurzen Bereich vor sich und ein kleines Stück sieht man noch im Rückspiegel und reagiert halt entsprechend.
    Wohin die Reise geht, das hat man vor langer langer Zeit ins Navi einprogrammiert, und man weiss es nicht einmal, oft kommt man vom Weg ab, aber die (innere) Stimme sagt einem dann schon, wies weitergeht.


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
    Sein, Wissen und Glückseligkeit

    Yoga Weisheit

  • @ alley


    Blind vertrauen :D



    Ohne Vergangenheit und Zukunft geht es natürlich nicht, aber ich muß schon sagen, daß ich Phasen habe, in den denen ich die Gegenwart zu sehr ignoriere, sie einfach nicht Lebe.
    Wenn es mir dann auffällt, versuche ich dies zu ändern... und siehe da, es geht mir auch gleich viel besser :D.


    Ich finde, den Vergleich, den Conny beschrieben hat mit dem Fluß sehr schön ... er trifft es gut und wenn ich so drüber nachdenke, könnte ich fast sagen, daß ich mich auf einem Fluß treiben lasse, doch noch nicht immer nur die Sachen mitnehme, diemir gefallen, sondern auch noch die Sachen mitnehme, die ich meine machen zu müssen ...


    @ Oberscht
    Dein Vergleich zeigt gut, was mein Verständnis von Gegenwart ist: nämlich nicht nur das absolute hier und jetzt, das in der nächsten Sekunde schon Vergangenheit ist, sondern das kurze Gestern und Morgen, eben meine Momente Lebenssituation. Und da gehört vielleicht die letzte Woche dazu und die kommen drei Wochen auch ;)...

  • Quote

    Original von alley
    Ich hab kein Navi und bin nachblind, was soll ich tun?


    Kein Problem, die Pferde kennen den Weg ;o)
    (die 5 Sinne ziehen den Wagen in Form der Pferde, die Guna hält die Zügel in der Hand und die Seele sitzt erschreckt und machtlos hinten drin)


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
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    Yoga Weisheit

  • Ich könnte über die Thematik ganze Aufsätze schreiben, weil ich eigentlich viel über dieses Thema schon nachgedacht habe und eigentlich immer wieder feststelle, dass ich je nach Laune die Sache anders sehe.


    Wenn ich gut drauf bin, dann lebe ich die Gegenwart doch schon sehr bewußt aus und denke weder an die Zukunft oder an die Vergangenheit, weil ich das jetzt und gleich genieße und mich treiben lasse.


    Dann gibt es aber auch Situationen, in denen es mir ziemlich mies geht und dann vergesse ich gerne die Gegenwart und reise in meine Vergangenheit zurück zu einer besseren Zeit und würde am liebsten diese Zeiten wieder haben. Bei solchen Sachen ist mir dann die Zukunft total egal und ignoriere die Zukunft.


    Und dann gibt es die normalen Tage, wo ich zwar in der Gegenwart lebe, aber auch an die Vergangenheit denke, weil sie ein Teil von mir ist. Doch dann denke ich natürlich auch an die Zukunft, weil sie unmittelbar mit der Vergangenheit zusammenhängt.


    Denn ich glaube, die Zukunft können wir schon in der Vergangenheit beeinflussen. Mit der Entscheidung ob man als Mädchen oder Junge zur Welt kommt, fängt die Zukunftslegung schon an.
    Oder aber auch später in der Schule mit guten Noten legst du dir eine gute Grundlage für das spätere Leben, denn dir steht die Welt für jeden Beruf offen. Bei schlechten Noten hast du nicht viel Auswahl für deine berufliche Zukunft.




    Das beste Beispiel das man eigentlich nicht weiß, wohin der Weg der sofortigen Zukunft liegt, hab ich erst vor wenigen Stunden gesehen.
    Im einen Moment sitze ich am Rechner und lese den Tread, wollte da schon meine Ansicht schreiben und keine 3 Minuten später sitze ich im Auto und geb mich auf die Suche nach einen neuem Auto. Weil zwischen den bei Tätigkeiten mein Vater reinkam und gefragt hat, ob ich mit möchte.

  • Nein, ich lebe definitiv nicht in der Gegenwart.Aber vielleicht kommt das wieder. Wie der Zustand gerade heisst in dem ich bin hmm. vielleicht kann man es Wolkenartig nennen und nicht im hier und jetzt

    -Leben bedeutet unterwegs zu sein.
    Nicht um möglichst schnell anzukommen, sondern um seinen Träumen Zeit zu geben, wahr zu werden.

  • Was ich jetzt gleich schreiben werde wird, wenn ich fertig bin, schon wieder Vergangenheit sein... denn die Gewenwart ist die Vergangenheit der Zukunft. 8)

  • Sind Deine Worte nicht schon vorher Vergangenheit, bevor der Beitrag fertig ist? Sind die Silben nicht schon alt, wenn Du sie nur tippst?

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    Geh in den Schuppen und schnitz was.

  • Nicht alles so ernst nehmen... Aber das kann man damit in Frage stellen :D Man lebt im jetzt, denn die Zeit bleibt nicht stehen... oder leben wir doch nur in der Matrix :rolleyes:

  • @ M*A*S*H 4077 Fan
    Interessante Frage, auf die du gerne etwas genauer eingehen kannst :D ;) .... aber willst du das Hier und Jetzt etwa nur in Worte packen und mit Silben vergleichen?
    Aber wenn das eben Geschriebene schon Vergangenheit ist, bevor es die anderen Lesen, ist es dann nicht so, daß man stets nur in der Vergangenheit lebt und es schlichtweg unmöglich ist, in der Gegenwart zu leben? Oder bleibt es nicht doch so lange Gegenwart bis es Thema ist, und wird erst dann Vergangenheit sein, bis es abgeschlossen ist?
    Oder ist etwa, die Gegenwart des einen die Vergangenheit des anderen??


    :D :D :D


    Nun du ;)