Warum gibt es das Böse aus: "Typisch Gott"

  • Ist mit 'Lösung' das Befreien aus dem Leid gemeint. Aber das geht doch dann wieder nicht, weil das Leid doch notwendig ist, um das schlechte Karma aus vorherigen Leben zu tilgen.


    Was ich an der Karma-Sache schwierig finde, ist i.allg. worher ich weiß, welches Karma ich sammeln soll. Man soll doch einen Ausgleich haben, d.h. nicht zuviel gutes und nicht zuviel schlechtes. Aber wo mein Karma-Konto steht weiß ich doch nie, weil ich mich an vorherige Leben nicht erinnern kann. ...


    Also ich auch wenn ich sie nicht teile, hab ich trotzdem sehr viel Respekt vor dieser Denkweise - ich verstehe nur nicht alles.

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Wirklich schlüssig wird kein Weltbild jeh sein, von daher...


    Quote

    Ist mit 'Lösung' das Befreien aus dem Leid gemeint. Aber das geht doch dann wieder nicht, weil das Leid doch notwendig ist, um das schlechte Karma aus vorherigen Leben zu tilgen.


    Kommt drauf an, welchen Zweck man damit verfolgt ;o)
    Will man den Leuten einreden, sie müssen für etwas Büssen, um Ihre Sünden (bzw. Karma) reinzuwaschen, dann macht das Sinn, wenn man von der Buße profitiert (siehe das Kastensystem in Indien, da ertragen die Armen ihr Schicksal ohne weiteres, weil sie glauben, sie hätten es verdient und ermöglichen den Reichen ihren Lebensstandard) Oder Sprüche wie: "Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt" wies zur Zeit des Ablasshandels ausgerufen wurde.


    Ich sehe die Notwendigkeit von Leiden etwas anders, und zwar las ich da mal einen schönen Vergleich:
    Angenommen, man bereitet das Mittagessen zu, und schneidet sich versehentlich in den Finger.
    Der Schmerz veranlasst einem sofort damit aufzuhören, er hilft einem sozusagen, Gesund zu bleiben.


    Also nicht als Strafe, sondern als Hinweis.
    Natürlich werden sich jetzt 1000 Fälle finden lassen, in denen dies als Erklärung nicht reicht, aber ich selbst hab für mich festgestellt, dass dies sehr oft zutrifft, bei allen "leiden" die ich bisher so hatte.


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
    Sein, Wissen und Glückseligkeit

    Yoga Weisheit

  • Hast Du noch nie unter etwas gelitten und fandest es ganz und gar ungerecht? Und es hat sich auch nicht als Hinweis auf irgendwas herausgestellt?


    Man sagt sich doch oft: "Womit hab ich das verdient?" Der Punkt ist doch, dass man es nicht verdient hat und deshalb ist es so ungerecht.


    Klar ist der Schmerz eine Warnung, die einen daran hindern soll, sich selbst zu schaden oder einen dazu bringen soll einer Schadensquelle zu entgehen. Aber Leid im allgemeinen kann doch nicht ein solcher Hinweis sein, oder...?

    Faust: Wohin soll es nun gehn?
    Mephistopheles: Wohin es dir gefällt. Wir sehn die kleine, dann die große Welt.

  • Quote

    Hast Du noch nie unter etwas gelitten und fandest es ganz und gar ungerecht?


    Durchaus

    Quote

    Und es hat sich auch nicht als Hinweis auf irgendwas herausgestellt?


    Sicherlich


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    Der Punkt ist doch, dass man es nicht verdient hat und deshalb ist es so ungerecht.


    Der Punkt ist halt, wenn man sich mehr und mehr mit dem Gedanken anfreundet: "Ja, das hab ich selbst erschaffen, auch wenns mir nicht (mehr) gefällt" dann gibt das einen unglaublichen Motivationsschub, z.B. in Form von: "Ich habs angezogen, also bring ich es auch wieder weg".
    Sicher kann man sich auch trotzig hinsetzen und aufs böse Schicksal schimpfen, obs was hilft und man sich dann besser fühlt sei dahingestellt.


    Quote

    Aber Leid im allgemeinen kann doch nicht ein solcher Hinweis sein, oder...?


    Obs im allgemeinen so ist, weiss ich nicht, meine Erfahrung nach ist es allerdings immer ein Hinweis.


    ...dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen und dieses ist:
    Sein, Wissen und Glückseligkeit

    Yoga Weisheit

  • Da ist wohl was wares dran: Leid ist immer ein Hinweis dafür, das etwas furchtbar schief läuft. Die Ursache kann aber in verschiedenen Bereichen gesucht werden. Oftmals liegt sie bei einem selbst. Wenn man erstmal erkannt hat woran es liegt kann man versuchen es aktiv zu bekämpfen. Sicherlich, es klappt nicht immer, aber auch schon ein Teilerfolg kann die Lebensqualität wieder ungemein steigern. Meckern und jammern muss ab und zu sein, tu ich selber gerne ;), aber es ist keine Lösung und führt allenfalls zu einer trügerischen , kurzfristigen Erleichterung.


    Kann man sich selber keine Schuld zuweisen (obwohl, gibt es jemanden ohne jegliche Form von Schuld...?) muss die Ursache im Umfeld, grob gesagt in der "Gesellschaft" zu finden sein...Nur, je weitläufiger die Ursache, je mehr betroffen sind, desto schwieriger wird es die direkte Ursache zu bekämpfen!

  • Quote

    Original von Cpt Tuttle
    Ich glaub uns fehlt hier die ganze Zeit eine Klärung:
    'Was ist gut?' […]

    Wie du selber später sagst, glaube ich, es gibt keine allgemeingültige Definition von „gut“ und „schlecht“ oder „gut“ und „böse“. Die Beurteilung einer Situation, einer Tat, eines Umstandes als gut oder schlecht ist immer subjektiv. Um zu einer absoulten Beurteilung zu gelangen, braucht es ein übergeordnetes Wesen, einen Gott. Und damit bin ich wieder bei dem, was ich am Anfang sagte: Kein Mensch weiß wirklich, was Gott für gut oder schlecht hält.


    @ Katrin: Diese Sache mit der Wiedergeburt … Wenn jemand sein n-tes Leben gelebt hat, wer oder was entscheidet dann, welche Strafen oder Belohnungen er im (n+1)-ten Leben erhält? Muß es da nicht auch eine übergeordnete Instanz geben? Sowas ähnliches wie einen Gott?

  • Quote

    Original von Jesse James
    Kann man sich selber keine Schuld zuweisen (obwohl, gibt es jemanden ohne jegliche Form von Schuld...?) muss die Ursache im Umfeld, grob gesagt in der "Gesellschaft" zu finden sein...


    Ich würde das nicht als Schuld bezeichnen, eher als "Aktion und Reaktion". Schuld hat einen ziemlich negativen Beigeschmack, Aktion und Reaktion stehen jedoch für eine Gesetzmäßigkeit ohne Wertung.
    In diesem Zusammenhang spielt auch das Gesetz der Anziehung eine wichtige Rolle, das man in etwa so beschreiben kann:
    Das, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, wächst. Hab ich Zahnschmerzen und konzentriere mich auf diese, werden sie meistens stärker. Lenke ich mich jedoch ab und beschäftige mich mit etwas anderem, werden sie schwächer. Richte ich meine Aufmerksamkeit auf eine Krankheit bzw. hab ich Angst davor, krank zu werden, werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit nach einiger Zeit krank. Konzentriere ich mich jedoch auf meine Gesundheit, wächst auch diese und mir bleibt die Krankheit erspart. Konzentriere ich mich auf meine Schwächen, werde ich schwächer, usw.usf.
    Nun ist es ja so, dass man sich beim Jammern im allgemeinen genau auf die Dinge konzentriert, die man eigentlich nicht will - d.h. jammern ist nie nützlich sondern immer kontraproduktiv. Soweit meine Meinung bzw. feste Überzeugung.

    Sie gehören zur Army, Frank. Wenn ich Sie anritze, bluten Sie wahrscheinlich kakifarben.
    (Henry Blake)

  • @ Sarah


    Ja, ich denke, daß es sowas wie eine höhere Instanz gibt, doch nenne ich sie für mich meistens nicht Gott, sondern eher Universum, universelle Energie, göttliches Licht ... denn bei dem Begriff Gott muß ich eher an den Gott denken, wie der in der Bibel steht ... und das deckt sich nicht mit meinem Glauben daran...


    Und wenn ich von Inkarnation und Karma ausgehe, so denke ich nicht, daß man sagen kann, daß eine höhere Instanz _entscheidet_ was Gut und Böse ist, welche Belohnungen und Strafen man bekommt, sondern daß man immer eine Reaktion auf seine Aktion erhält... also im Prinzip ganz einfach gehandhabt: wenn ich meinen Mann betrüge, dann werde ich auch betrogen!


    EDIT: ich habe meinen Post schon gestern angefangen zu schreiben und hatte leider keine Zeit ihn weiterzuführen ... jetzt hab ich ihn einfach reingesetzt und lese JETZT erst Connys Post :D :D ...