Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

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    Walter Moers#


    Piper#


    Um es gleich zu sagen: Moers’ Übersetzung aus dem Zamonischen ist vorzüglich gelungen. Mit großer Sprachgewalt beschwört er die exotische Bücherstadt mit all ihren merkwürdigen Lebensformen herauf. Ob gepanzerte Bücherjäger, Nebelheimer Trompaunenkonzerte oder Katakomben voller Erstausgaben und ”Gefährlicher Bücher” -- das vorliegende Werk ist eine Großtat der Völkerverständigung. Nicht nur die gekonnt ins Deutsche gerettete Makrostruktur des Buches und die zahllosen Illustrationen legen Zeugnis ab von Moers’ Kunst, auch im Detail hat er Herausragendes geleistet. Überaus staunenswert sind vor allem die herrlichen Alliterationen in Sätzen wie ”Eine Weile lauschte ich den beängstigenden Lauten der Labyrinthe ...” -- man kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Die Stadt der Träumenden Bücher ist ein Roman, der auch in Buchhaim für größtes Aufsehen sorgen würde, und das will etwas heißen!
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    Wie der Titel schon verrät - es geht um Bücher. Und was kann einen echten Buchliebhaber neugieriger machen als ein Buch über Bücher, dessen Buchrücken einem prophezeit, dass Bücher zu allem fähig sind - sogar zum Töten!


    Zunächst einmal erfahren wir aber, dass das Buch eigentlich nicht von W.Moers stammt. Er ist nur der Übersetzer. Wahrer Schöpfer des Werkes ist der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz, seines Zeichens Bewohner der Lindwurmfeste, begnadeter Schriftsteller und bakteriophober Dinosauriernachkomme. Hildegunst erzählt uns aus seinem Leben - vom Tod seines Dichtpaten, vom Besuch in Buchhaim, vom Absturz in dessen Katakomben, von Gefahren, myteriösen Büchern, Buchlingen, Sphinxxxxen, Harpyren, intriganten Haifischmaden und Schattenkönigen.


    Ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingsmoers. Moers Schreibstil ist unvergleichlich gut, aber die Phantasie, die der gute Mann hier an den Tag legt: da muss jemand das Orm haben! Schon die Idee der Buchlinge (kleine Zyklopen, die wie Schriftsteller heißen und deren gesamte Werke auswendig ernen) ist fantastisch, und spätestens wenn Goethe zitiert wird, freut sich der Literaturfreund. Sehr bedrückend dagegen die Geschichte des Schattenkönigs, die einen doch berührt. Wir bibbern und fiebern mit unserem Lindwurm mit, glauben ihn schon verloren und an dee Schwelle des Todes - da überrascht Moers mit einem neuen genialen Einfall.


    Angenehm und flüssig zu lesen, ohne dabei trivial zu sein - das ist Moers! Seine geschichte und unerreicht phantasievoll, und zumindest mich gelüstet es nach diesem Buch, meine Sachen zu packen und mich auf nach Buchhaim zu machen! Lest das Buch und begleitet mich in die Stadt der träumenden Bücher!
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    "Das ist die umfangreichste Arbeit meines Lebens. Aber ich gehe abends mit einem Lächeln ins Bett. Und das hat nichts damit zu tun, dass da meine Frau liegt." (Stefan Kuntz)